bielefeld: F. Prioville: «From Here to There», R. Behr: «Herbstzeitlose»
Ein Doppelabend. Rainer Behr tanzte seit 1995, Fabien Prioville seit 1999 bei Pina Bausch. Beide waren schon ein Jahr nach ihrem Engagement am Tanztheater Wuppertal richtige Choreografen. Prioville wurde 2009 mit «Jailbreak Mind» bekannt, Behr gewann erste Preise bereits 1989. Prioville liebt das Solo, Behr die Gruppe. Sieht man Prioville, denkt man nie an Pina. Sieht man Behr, denkt man nur an Pina. Behr rebelliert nicht gegen Pina, Prioville tut es ohne Unterlass. Auch wenn beide sie nicht beerben. Umso wilder arbeiten sie sich an ihrem Erbe ab.
Mit dem Ensemble des Tanz-theaters Bielefeld sind sie gut bedient. Bei Behr staubt das Ambiente: Schutthaufen, zerbrochene Stühle, lange Sommerkleidchen. Pina nach dem Fallout. Bei Prioville steht ordentlich ein Sessel, ein Schaf, eine Musiktruhe. Sein Raum ist hell, Behr macht das Licht aus. Prioville führt den Tänzer Dirk Kazmierczak, Behr den Rest des Ensembles. Beide haben das gleiche Problem. Sie verschleiern ihre Absichten: Prioville seinen einzigen Charaktertänzer, Behr seine Dramaturgie. Priovilles Tänzer verkleidet sich in «From Here to There» unterm Zebrafell zu einem Menschen, der nach Mutter und Licht ruft, in dessen Kegel er ...
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Tanz März 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
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