Berühren und verführen

Welche Rolle spielt Tanz in der Werbung? Und wie macht man ihn großen Firmen schmackhaft? Darüber spricht der Creative Director der Hamburger Agentur Jung von Matt, Thimotheus Wagner, mit Arnd Wesemann

Thimotheus Wagner, 2019 hat Jung von Matt einen Werbespot für den 3er-BMW gemacht. Würde das blaue Auto fehlen, wäre es ein astreiner Tanzfilm. Was interessiert die Werbung am Tanz?
Bei BMW lautet der Markenkern: Freude. Tanz ist ziemlich gut geeignet, Freude darzustellen. Als wir bei Jung von Matt das Briefing für den 3er bekamen, wussten wir: Der 3er ist das Herz der Marke BMW, schon seit den 1970er-Jahren. Erster Gedanke war: Die Marke steht genau an dem Punkt, an dem man das Thema «Freude» neu kommunizieren kann.

BMW wurde in der Vergangenheit eher als maskuline, sportliche Marke wahrgenommen. Der Kunde wollte sein Markenbild weiter öffnen und deshalb unbedingt eine Fahrerin haben. Als Beifahrer ist ein japanischer Tänzer hinzugekommen, im Hinblick auf die asiatischen Märkte. Dieses Auto ist zudem gespickt mit technisch innovativen Finessen. Aber wie erzählt man das so, dass man nicht wie gewöhnliche Automobilkommunikation daherkommt? Es gibt zu viele reine Autoblech-Filme, die mit Aufzählungen technischer Daten langweilen. Da kam die Tanz-Idee. Dem Kunden hat sie gefallen. Aber wie genau kommt der Tanz in die Story rein? Das ist das Schwierige.

Tanz ist Dynamik, etwas ...

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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Commercials, Seite 6
von Arnd Wesemann

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