Bernardo Montet: "Les batraciens s' en vont"
Wenn Frösche und Echsen ihr Biotop verlassen, dient das der Arterhaltung. Im Theater geht es um mystischere Fragen. Amphibien stehen für changierende Identitäten, für Hermaphroditen, den Ursprung der Besiedelung der Landmassen und unsere Steuerung durch das Reptilienhirn.
Das Geheimnis der Lurche: Bernardo Montet, künstlerischer Leiter des Centre chorégraphique national de Tours, sucht es in «Les batraciens s'en vont» als Ursprung der Sprache, des Tanzes, der Gesten. Aus dem Dunkel blubbernder, wummernder Klangwellen stößt Noma Omran Kehllaute und gutturales Glucksen aus.
Es sind amphibische Töne zwischen Trauer und Freude, ein akustisches Embryo, noch unentschieden zwischen Erzählen, Schluchzen und Singen. Die syrische Maqqam-Interpretin zeigt, dass sie sängerisch ausgebildet ist. Zwischen Orient und Okzident, von Tradition bis Avantgarde wechselt sie die Haut wie ein Chamäleon. Und Bernardo Montet legt sich auf den Rücken. Dann mimt er den Frosch und hüpft im Kreis. Während Omran sich verkriecht, erwacht langsam Richard Move. Der New Yorker Transvestit, Tänzer bei Baryshnikov, Cunningham und Armitage, der gefeierte Martha-Graham-Interpret, er gäbe auch einen hervorragenden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Herbert Fritsch und Sabrina Zwach haben ein Buch gemalt: «hamlet_X // Interpolierte Fressen». Fritsch, der Volksbühnen-Schauspieler, zeigt sich im 111 Seiten schweren Band von seiner besten Tänzerseite. Schon zu Theater der Welt in Dresden gab er einen Nijinsky-Abend. Ein paar wenigen Kritikern fiel damals auf, tatsächlich: Herbert Fritsch ist nicht nur...
Matteo Levaggi, a former dancer for Aterballetto and the youngest rising talent in Italian postclassical ballet, likes to give his ballets philosophical-sounding titles such as “Canto bianco in un momento di orizzonte verticale” (White Singing in a Moment of Vertical Horizon), created for Balletto Teatro di Torino to music by Steve Reich. As resident choreographer,...
It is a balmy October afternoon in south Florida, and I am driving toward the Ah-Tah-Thi-Ki Museum on the Big Cypress Seminole Indian Reservation to meet members of Native Nations Dance Theatre. I can hardly believe this country road is a mere 80 miles west of the ugly billboard-burdened landscape of Ft. Lauderdale. The air is fresh. I’ve seen more than a dozen...
