Bernardo Montet: "Les batraciens s' en vont"
Wenn Frösche und Echsen ihr Biotop verlassen, dient das der Arterhaltung. Im Theater geht es um mystischere Fragen. Amphibien stehen für changierende Identitäten, für Hermaphroditen, den Ursprung der Besiedelung der Landmassen und unsere Steuerung durch das Reptilienhirn.
Das Geheimnis der Lurche: Bernardo Montet, künstlerischer Leiter des Centre chorégraphique national de Tours, sucht es in «Les batraciens s'en vont» als Ursprung der Sprache, des Tanzes, der Gesten. Aus dem Dunkel blubbernder, wummernder Klangwellen stößt Noma Omran Kehllaute und gutturales Glucksen aus.
Es sind amphibische Töne zwischen Trauer und Freude, ein akustisches Embryo, noch unentschieden zwischen Erzählen, Schluchzen und Singen. Die syrische Maqqam-Interpretin zeigt, dass sie sängerisch ausgebildet ist. Zwischen Orient und Okzident, von Tradition bis Avantgarde wechselt sie die Haut wie ein Chamäleon. Und Bernardo Montet legt sich auf den Rücken. Dann mimt er den Frosch und hüpft im Kreis. Während Omran sich verkriecht, erwacht langsam Richard Move. Der New Yorker Transvestit, Tänzer bei Baryshnikov, Cunningham und Armitage, der gefeierte Martha-Graham-Interpret, er gäbe auch einen hervorragenden ...
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