Berlin: Martin Nachbar «This Thing I Am»
Wieder zum «Performing Arts Festival», Sophiensaele, 17., 18. Juni; www.performingarts-festival.de
Hintergrund eine Art Panoramafenster mit Landschaftsblick, rundherum Kartonagen und mittendrin drei Herrschaften in spacigen Outfits. Geschäftig eilen sie umher und befestigen noch rasch irgendwelche Mikros oder Sensoren an ihren Teflontextilien. Mit den drei Cyborgs Lisa Densem, Sunniva Vikør Egenes und Benjamin Pohlig startet der Berliner Choreograf Martin Nachbar eine Exkursion in die Zukunft.
Dabei kreist «This Thing I Am», im Winter in den Berliner Sophiensälen uraufgeführt und als Teil des «Performing Arts Festivals» dort wieder zu sehen, im Kern um die Frage, ob Selbstoptimierung, «enhancement» und technologisches Body-Boosting nicht schlicht eine Fortsetzung jener Prothetik sind, die dank Herzschrittmacher und elektronischer Hirnstimulation für Hörgeschädigte längst Alltag ist. Was insofern etwas mit Tanz zu tun hat, als dort die Grenzen körperlicher Leistungsfähigkeit seit Jahrhunderten mit technischen Tricks überlistet werden. Nachbar selbst setzt freilich eher auf die lässigen Register des Zeitgenössischen als auf den knallharten Akademismus des Balletts.
«This Thing I Am» ist ein ebenso relaxtes wie manipulatives Exerzitium und beginnt passenderweise mit einer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am Ende stehen sie uns frontal gegenüber, resigniert und verloren vorne an der Rampe. Einer hebt unsicher die Hand, eine andere streckt sie uns suchend entgegen, wohl wissend, dass sie keine Antwort bekommen werden. Ohne jedes Pathos, in Bildern an der Grenze zum Abstrakten, stellt James Sutherland in seiner ersten großen Uraufführung fürs Pfalztheater die Frage...
Für Ballettdirektor Ralf Dörnen ist es der «falsche Weg». Aber nach einem Beschluss vom 9. Mai haben «Kulturministerin Birgit Hesse und die Träger der Theatergesellschaften», heißt es in einer Presseverlautbarung, allen Warnungen zum Trotz «den weiteren Fahrplan vereinbart. Dieser sieht die Verschmelzung des Theaters Vorpommern und der Theater und...
Keiner gleicht dem anderen. Jeder Tänzer in Trier ist unverwechselbar. Vielleicht ist das mit ein Grund, weswegen jedes Mitglied der Susanne Linke Company seinen Platz so vehement behauptet. «Imagine a .... Right in the Middle» nennen Julio Cesar Iglesias Ungo und Alexis Fernandez Ferrera ihre Arbeit, und tatsächlich beansprucht jeder Einzelne darin für sich das...
