Béjarts Welt
«Und verloren sei uns der Tag, wo nicht Ein Mal getanzt wurde! / Und falsch heiße uns jede Wahrheit, bei der es nicht Ein Gelächter gab!»
Maurice Béjart stellte seinen Memoiren «Einen Augenblick in der Haut eines anderen» einen Satz aus Friedrich Nietzsches «Also sprach Zarathustra» als Lebensmotto voran. Es wäre weit gefehlt, ihn deshalb als Nietzscheaner zu bezeichnen. Das Zitat ist vielmehr eines von zahlreichen Indizien dafür, dass er als Eklektiker im Leben wie in der Kunst Philosophien zusammentrug, die ihm entgegenkamen.
In den letzten Jahren war es der Tanz der anderen, den er zu seinem machte, da er, wenn man seinem Freund John Neumeier glauben darf, in die Haut eines anderen schlüpfte. Er musste tanzen lassen, konnte bei den Proben nicht einmal mehr demonstrieren und dabei wenigstens Posen markieren. Wegen eines Hüftleidens saß er im Rollstuhl. Und wenn er sich verbeugte, dann tat er dies auf einen Stock gestützt. Das Alter forderte seinen Tribut, was besonders bitter ist für einen, der von der und für die Bewegung lebt.
Es ist nicht so, dass Maurice Béjart das Alter ausgeklammert hätte. Es waren Alte, die sich 1980 in seiner Version von Samuel Becketts «Stühlen» an ...
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