beat der knochen

Der Tod hat ein eigenes Museum: das Kasseler Sepulkralmuseum. In einer großen Themen-Ausstellung widmet es sich dem Tanz

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Ausgerechnet der Tod, ausgerechnet die Sterbenden tanzen in den Totentanz genannten Darstellungen, wie sie seit dem Mittelalter verbreitet waren. Sie tanzen gemeinsam und nicht selten wild, in ihren letzten Momenten wie außer Rand und Band. Die Knochen der Totengerippe biegen sich bisweilen wie Gummi; lässig federn die muskel- und fleischlosen Gesellen in den Knien und schlenkern mit den Armen. Sie tanzen gern mal Ringelreihen, tanzen gern zu Musik, wie man auf den Bildern sieht. Live-Musik würde man – ironischerweise – heute dazu sagen.

Aber ist nicht das Sterben – sofern es sich nicht um einen überraschenden, lidschlagschnellen, etwa unfallverursachten Tod handelt –, oft ein schrittweiser Verlust der Bewegungsfähigkeit, des Radius’ eines Körpers? Vom weiten Gehen übers kurze Gehen zum Nur-noch-Sitzen und endlich zur Bettlägerigkeit. Von den Bewegungen des sich weitenden und verengenden Brustkorbs zum vielleicht finalen Bewegtwerden am Beatmungsgerät, zur völligen Bewegungslosigkeit schließlich. Wenn man davon absieht, dass sich die Gäste in unserem Körper, die Mikroorganismen, auch nach unserem Tod noch in uns bewegen können.

Kein Gegensatz, sondern ein intimes Gespann: Tanz und ...

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Tanz August/September 2013
Rubrik: traditionen, Seite 66
von Sylvia Staude

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