auf dvd: la petite danseuse de degas
Die Mutter ist immer dabei, folgt der Tänzerin wie ein Schatten, wohin sie auch geht, also meist in den Ballettsaal. Zwischendurch steht «La petite danseuse de Degas», eigentlich Marie van Goethem, auch jenem Künstler Modell, der sie nicht eben uneigennützig auf seinen Sockel stellt. So, wie ihn Benjamin Pech verkörpert, könnte man ihn für jemanden halten, der seine Finger nicht von jungen Mädchen lassen kann.
Möglicherweise nennen Patrice Bart und Martine Kahane ihn deshalb nicht beim Namen, sondern lassen ihn als Mann in Schwarz in einem schicksalhaften Dunkel, das man sonst von John Neumeier kennt. An dessen ungleich genialere «Kameliendame» erinnert das zweiaktige Ballett, das vor fünf Jahren im Auftrag der Pariser Opéra entstand und jetzt auf DVD erhältlich ist. Auch der schwarze Kavalier aus George Balanchines «La valse» lässt schön grüßen. Wenn man so will, könnte man selbst die Wäscherinnen, unter denen sich am Ende Clairemarie Osta schmachvoll wiederfindet, als Seelenverwandte jener Wilis interpretieren, die sich an den Männern rächen. Als Objekt obskurer Begierde ausgebeutet, sieht sich die «kleine vierzehnjährige Tänzerin» am Schluss zwar in Wachs verewigt. Aber als sie ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: medien, Seite 56
von Hartmut Regnitz
Das Festival am Haus der Kulturen der Welt wird diesmal von Jens Hillje zusammen mit Irina Szodruch und Tang Fu Kuen kuratiert. Für sie ist ein Künstler kein Ganzes. Dick Wong tanzt zwei sich ständig voneinander entfernende und sich wieder annähernde Teile einer Persönlichkeit. Der Kanadier Dave St-Pierre verortet die beiden Seelen nicht in der Brust, sonden an den...
...gebürtiger Schweizer, ist in den Ritterstand des Ordens von Oranien-Nassau erhoben worden. Der Leiter des Festivals «Holland Dance» und Ko-Rektor der Rotterdamer Dansacademie wurde so mit der höchsten niederländischen Auszeichnung bedacht. Vor 26 Jahren erwarb er die niederländische Staatsbürgerschaft, hat aber trotzdem bis 2010 das Schweizer Festival «Steps»...
...heißt eine Dissertation, die mal nicht darüber meckert, dass «Prekariat» jene Klasse von Tänzern bezeichnet, die zu wenig Geld für ihre Arbeit an sich selbst erhält. Jochen Roller hat das ja mal wunderbar thematisiert, ihm wird ein ganzes Kapitel gewidmet. Aber Katharina Pewny erweitert den Begriff, übersetzt ihn wörtlich mit «ungesichert», «verletzlich». So...
