Auf der anderen Seite
In den Kinos läuft Fatih Akins «Auf der anderen Seite». Der Film zeigt einen Totenhandel zwischen Bremen und Istanbul. Eine türkische Gegnerin des türkischen Staats wird von der deutschen Justiz an ihr Land ausgeliefert, das sich gefälligst an die EU-Normen eines Rechtsstaats halten soll. Die ihr zu Hilfe eilende deutsche Geliebte wird in Istanbul auf offener Straße von Kindern erschossen. Versehentlich. Fatih Akin zeigt, wie wir die Türkei sehen: als ein Land von Kindern, die lernen sollen, wie ein Rechtsstaat nach europäischem Maßstab funktioniert. Deutsch nämlich.
Als ein unabhängiges Rechtssystem, das sich, in Deutschland, opportunistisch der Abschiebepolitik der Regierung unterwirft.
Dieser Film ist groß auf den zweiten Blick. Wie die Landfläche der Türkei. Mehr als zwischen Paris und Warschau und voll von alter Kultur. «Einen einzigartigen Schrottplatz der Menschheitsgeschichte» nennen es die Archäologen seit Schliemann (Troja) und Mellaart (er grub Çatal Hüyük aus, nach Jericho die älteste Ruinenstadt der Welt).
Istanbul, also Byzanz, also Konstantinopel, ist heute mit nahe 20 Millionen Einwohnern Europas bestbevölkerte Metropole. In Berlin sieht man nur den Bruchteil seiner ...
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Erna Ómarsdóttir
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