Arbeitsarmut
Rafaële Giovanola, die Bonner Company CocoonDance ist zur Tanzplattform eingeladen. Glückwunsch von uns allen hier am Tisch.
Giovanola: Ich freue mich sehr darüber, danke. Es ist eine Bestätigung dafür, dass man sich weiterentwickelt und dies auch wahrgenommen wird. Aber es ist nur eine Momentaufnahme.
Weil es höheres Ziel gibt?
Giovanola: Ein großes Choreografisches Zentrum in Bonn, das wär’s. Oder eins im Kanton Wallis in der Schweiz, meiner Heimat.
Ich will Räume schaffen für den Tanz, wo man wirklich gut arbeiten kann.
Wie wichtig ist so ein eigener Ort?
Giovanola: Ganz wichtig. Einmal für die Sichtbarkeit. Wir, mein Mann und ich, arbeiten im Bonner theaterimballsaal. Daneben kuratieren wir auch zwei Festivals und Projekte in der Kunstvermittlung, weil es in Bonn keine Tanzsparte mehr gibt. Die führen wir als freie Gruppe in der Stadt sozusagen innovativ nun weiter. Dann gibt uns das Haus Planungssicherheit. Ich kann selber über meine Premieren und das Programm entscheiden, ich muss nicht um Proberäume und Auftrittsorte betteln. Und es hat noch einen Vorteil: Mit einem Haus kommst du schneller an andere Töpfe, und du kannst selber ein Netzwerk flechten.
Christophe Knoch, ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Serie: Freie Szene, Seite 61
von Arnd Wesemann
Balletteleven mögen zwar Spagat und Entrechat beherrschen, aber ihre Psyche ist längst nicht so beweglich wie der Körper. Denn je länger junge Tänzerinnen und Tänzer an der Stange üben und ihre motorischen Fähigkeiten perfektionieren, umso rigider wird ihre Psyche. Wer Musik studiert, lebt jedenfalls viel lockerer.
So lautet das Ergebnis einer Studie...
Sobald die drei Männer ihre Stimme finden und brüllen, hört das Stück auf. Noch vor der Sprache, der Philosophie, der Politik. «Momentum» von CocoonDance, dem Bonner Ensemble der Choreografin Rafaële Giovanola (s. Seite 61) und des Dramaturgen Rainald -Endraß, ist verkörperte Physik, im Sinn von «Impuls» oder «Schwung». Gerade so bohrt es sich auch mit dem Tanz in...
Sie tanzt und tanzt und tanzt … Jeden Tag, «une minute» oder auch -etwas länger, gern irgendwo in Paris. Nicht auf der Bühne, nicht im Studio, sondern dort, wo sie gerade ist, mitten im täglichen Leben. Das kann in ihren eigenen vier Wänden sein, beim Bäcker, auf einer Demonstration, beim Ausflug in die Natur, im Museum oder in der Seine, die, wie im Januar...
