amsterdam: daniel linehan: zombie aporia
Ein Aporem ist ein unlösbares intellektuelles Problem. Wer sich darin verfängt, mag sich bald wie ein Zombie vorkommen, dessen Körper und Geist auseinanderstreben. Kann zum Beispiel jemand, der wie Daniel Linehan um die 30 Jahre alt ist, nachvollziehen, dass die Generation seiner Eltern einst auf Rockbands abfuhr und die Welt verbessern wollte? Klar, der Abgleich von Intention und Ergebnis verstört.
Linehan verpasst, mit einem Höchstmaß an Ironie, dem Text von «Anarchy in the UK» der Sex Pistols folgendes Update: «I’m an expert at something / but I know a little bit about everything / I always want new information / I’m proud of my progressive education / I wanna be cool.» Wie ein Rocksänger tritt der hoch gewachsene Thibault Lac vor das Publikum und verkündet: «There will be eight pieces tonight.» Das erste heißt «Music and Dance». Das Ergebnis ist: Sprache, Musik und Körper weigern sich, miteinander zu tanzen. Auch sind unsere drei Rocker nicht länger gewillt, Sprache, Musik und Gesten überhaupt zu trauen. Dass die Musik den Tanz inspiriert, rechtfertigt oder ihn gar verkörpert, lässt sich nur noch verbal rezitieren und körperlich ad absurdum führen, bis hin zur Tautologie: «The ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: kalender, Seite 40
von Thomas Hahn
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