Alicia Amatriain; Fotos: Sebastian Galtier
Alicia Amatriain
Selbst auf den Knien lässt sich noch tanzen. In den «Dances at a Gathering» gibt es ein Scherzo von Frédéric Chopin, in dem die Choreografie von Jerome Robbins für einen Moment innehält. Scheinbar unbewegt, lässt Alicia Amatriain allein ihre Blicke schweifen. Vielleicht spürt man gerade deshalb, wie es im Innersten der Ballerina tanzt, während ihr äußerlich so wenig anzumerken ist. Die Szene dauert nur ein paar Sekunden.
Kaum wieder auf die Beine gekommen, gibt sich die Tänzerin wieder der Musik hin, die Robbins auf so unglaublich schöne Art sichtbar zu machen weiß, und da ist es wieder: ein gewisses Lächeln, über das nicht nur eine Romanautorin wie Françoise Sagan ganze Bände schreiben könnte.
Privat ist Alicia Amatriain ganz anders. Zwar erscheint sie in ihrem Wolltrikot noch fragiler als auf der Bühne. Fast fürchtet man, sie bei der geringsten Berührung zu zerbrechen. Doch sobald sie lacht – und das tut Alicia Amatriain während des Gesprächs wiederholt – wirkt sie bodenständig, geerdet, von Erfahrungen gezeichnet. So wie jemand, dessen Leben vielleicht nicht ganz so geradlinig verlaufen ist, wie es den Anschein hat. Befragt, räumt die Ballerina denn auch ohne Umschweife ein, ...
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