Afterite
Alles, was im Wachstum begriffen ist – Pflanzen und Kinder – wird in einem riesigen Glaskasten verwahrt. Ein Gewächshaus, das gleichsam als letzte Kolonie die Zukunft des Lebens in sich birgt. So sieht das Ambiente aus, in das Wayne McGregor seine Fassung von Strawinskys «Sacre du printemps» einpasst. Und das genau fünf Jahre, nachdem er den Auftrag, das Werk am Bolschoi zu inszenieren, zurückgab – angesichts des Attentats auf Ballettchef Sergei Filin und der zusehends homophoben Atmosphäre in Putins Reich.
So haben Kevin McKenzie und das American Ballet Theatre sich nun McGregors «Sacre»-Debüt gesichert, das unter dem Titel «Afterite» über die Bühne der New Yorker Met ging.
Dort lässt Wayne McGregor zunächst außerhalb des Treibhauses tanzen: Herman Cornejo und Jeffrey Cirio eröffnen das Ballett, geschmeidig wogend winden sich ihre Körper im Einklang mit den verträumten Holzbläsergirlanden, mit denen Strawinskys «Sacre»-Ballettmusik beginnt. Es herrscht sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Misty Copeland, die einstweilen noch in einer Ecke verharrt, beschreitet bald das Territorium der beiden Tänzer, die sich zurückziehen. Copelands markant-prononcierter Auftritt leitet eine ...
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Tanz Juli 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Wendy Perron
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