Katalanisches Nationalballett
«Wir sind doch nicht angetreten, um Krieg zu führen!» Elias García, Künstlerischer Direktor des Ballet de Catalunya (BC), legt Nachdruck in die Stimme. Wenn seine Vision Wirklichkeit werden soll, wird er einen Schlachtplan brauchen. García, einst Tänzer bei den Ballets de Monte Carlo und im Ballet du Nord, verlegte sich zuletzt aufs Unterrichten, arbeitete erst für Il Balletto in Italien, organisierte dann die «IBStage» in Barcelona.
Jetzt setzt er alles daran, aus der vor einem Jahr gegründeten katalanischen Kompanie ein international konkurrenzfähiges Profiensemble mit soliden Strukturen zu schmieden.
Als García mit seinem «IBStage»-Partner und ehemaligen Schüler Leo Sorribes vor etwa drei Jahren begann, von einem katalanischen Ballett zu träumen, war es um die Separatisten noch still. Inzwischen verschweigt die Kompanie das im Logo versteckte «N» für «Nacional». Anders als etwa der ganz offen pro-separatistische Palau de la Música Catalana will das BC auf keinen Fall Stellung beziehen. Zwischen die Fronten ist es unfreiwillig schon geraten. «Teile des Publikums würden sich vielleicht über ein nationalistisches Auftreten freuen», meint Verwaltungsdirektorin Marina Quera. «Aber ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2018
Rubrik: Menschen, Seite 34
von Wiebke Roloff
Die beste Tanzausbildung sichert noch lange keine Anstellung. Aus dieser Erkenntnis heraus gründete Malou Fenaroli Leclerc vor fast 20 Jahren eine Juniorkompanie, unabhängig von den Institutionen. Das «Performance Year», wie sie das damals nannte, sollte jungen Absolventinnen und Absolventen von Tanzausbildungsstätten ein Jahr lang ein Dach über dem Kopf, Training,...
München: Think big #6
Tanz, geschaffen für ein jüngeres Publikum, macht Welle. Das Angebot wird zunehmend größer: Der Radius dieser sechsten Ausgabe des Festivals für die nächsten Generationen eröffnet passend mit dem Titel «360°», einer sehr dynamischen Choreografie von Rami Be’er und der Kibbutz Contemporary Dance Company 2 aus Israel. Es gibt jede Menge...
Mit den besten Empfehlungen von Samuel Beckett? «Vergesst nicht beim Stuttgart-Besehen», so der Autor 1966 in einem Gedicht, «die Neckarstraße zu gehen.» Die heißt zwar an dieser Stelle mittlerweile Willy-Brandt-Straße. Aber als Werbung wäre das Zitat willkommen gewesen, gäbe es da nicht noch den vernichtenden Nachsatz: «Vom Nichts ist an diesem Ort / der alte...
