abschied: nigel carnock

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  abschied_________
nigel charnock

war eine Befreiung für den Tanz. Was George Tabori im Schauspiel forderte, galt auch bei ihm: Weg mit der Technik! In der Echtheit der Bühne ist das So-tun-als-ob eine Lüge. Mit dem sehr viel älteren Tabori teilte der 1960 in Manchester Geborene den Hang zu rabenschwarzem Humor und die aufrechte Haltung gegenüber ganz großen Themen: Liebe, Krieg und Tod.

Seit seinem Duett «My Sex Our Dance» (1986) mit Lloyd Newson, das zur Gründung des legendären DV8 Physical Theatre führte, küssten, schlugen und starben bei ihm stets echte Menschen, keine Tanzartisten.

Charnocks große Obsession war, das Leben vom Tod her zu betrachten. Keine Choreografie erlangt Ewigkeit, jede existiert nur für den Genuss des Augenblicks. Das erlaubte ihm, sich alles zu erlauben: Sprechen, Singen, Saufen und dabei en arabesque zum Ballett zu finden, es zur La-Ola-Welle zu verbiegen, und plötzlich klingelte ein Handy, das Publikum wühlte nervös in den Handtaschen, es bellte ein weiteres Handy, es klingelten hunderte. Die Zuschauer fühlten sich gut aufgehoben in seinem rüden, aber grundehrlichen Komödiantentum.

Nach der Trennung von DV8 1993 fragte Charnock stets nach dem Sinn des ...

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Tanz Oktober 2012
Rubrik: menschen, Seite 33
von Arnd Wesemann

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