Abgang: Liam Scarlett

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Mit einer dürren Pressemitteilung, die mehr Fragen als Antworten hinterlässt, trennte sich das Londoner Royal Ballet am 23. März von Liam Scarlett, seinem Artist in Residence. Man habe «keinen Grund, die angeblichen Kontakte zu Studenten der Royal Ballet School rechtlich weiter zu verfolgen», der Choreograf werde aber nicht mehr mit der Kompanie arbeiten. Weitere Auskünfte wurden mit der Begründung verweigert, es gelte die Anonymität der Betroffenen zu schützen. 

Scarlett stand seit August 2019 im Zentrum einer hausinternen Untersuchung (tanz 3/20).

Er soll vor etwa zehn Jahren Studenten der Royal Ballet School um intime Bilder gebeten haben, auch hatten sich Tänzer des Royal Ballet über Schikanen des Choreografen beklagt. Sein erfolgreicher Abendfüller «Schwanensee» bleibt indes weiter im Repertoire, die Wiederaufnahme von «Symphonic Dances» wurde aber abgesagt. Das australische Queensland Ballet hatte bereits im Januar die Zusammenarbeit eingestellt, ebenso das San Francisco Ballet und das Texas Ballet Theater. Scarlett selbst hat sich nicht öffentlich geäußert. So bleiben viele Fragen offen: Waren die Anschuldigungen falsch, hat das Royal Ballet ohne Not eine künstlerische ...

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Tanz Mai 2020
Rubrik: Side Step, Seite 27
von Angela Reinhardt

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