vsprs
Alain Platel bringt nur alle zwei, drei Jahre ein neues Stück heraus – entsprechend gespannt sind die Erwartungen. Seine jüngste Arbeit, «vsprs», zuerst in Paris und in Berlin aufgeführt, verbindet Barockmusik und Psychiatrie, Glaubenssehnsucht und Körperentgrenzung. Claudio Monteverdis «Marienvesper» (1610) wird von Fabrizio Cassol stark bearbeitet, mit Jazz- und Manoucheklängen versetzt, auf irritierende Weise vom Himmel auf die Erde geholt.
Durch das «Tor des Ostens«, das bei Monteverdi besungen wird, holt Cassol die Töne und Farben der dahinter liegenden Weite herein, von Feierlichkeit und Stolz der Kirchenmacht bleibt dabei wenig übrig – Verlangen statt Gewissheit, Zweifel statt Jubel, vielleicht auch: Liebe statt Dogma verkündet diese Musik mit wehmütigen Zigeunergeigen, bellendem Saxofon und glockenreinem Soprangesang.
Platel hat seit jeher klassische Musik und modernes Außenseitermilieu gleichberechtigt nebeneinander gesetzt, und diesmal tut er es noch radikaler und verstörender als sonst. Die Musik ist stärker bearbeitet, die Figuren sind einsamer, verzweifelter, getriebener denn je. Zehn Tänzer und Tänzerinnen aus neun Nationen haben sich in fünf Monaten Probenzeit immer ...
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Wumm, wieder ist einer gelandet! Ein echter Kontrapunkt zum leisen Tschaikowsky und dem sanft pastellenen Licht. Die Bretter des Prinzregententheaters sind berüchtigt für ihre Percussion-Akustik. Für Tanz eingeschränkt geeignet. For what goes up, must come down. Bei der Nurejew-Hommage «Thank you, Rudy!» lief vieles nicht glatt.
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