Nicht ohne meinen Vater!
Sie gelten als Lordsiegelbewahrerin Ihres Vaters. Ihrer Initiative ist es letztlich zu verdanken, dass nicht nur der «Grüne Tisch» der Nachwelt so authentisch wie möglich erhalten worden ist, sondern auch so frühe Stücke von Kurt Jooss wie die «Pavane auf den Tod einer Infantin», wie «Großstadt» und «Ein Ball in Alt-Wien». Trotzdem ist Ihre Rolle eigentlich ungewöhnlich: Sie studieren zwar die Werke Ihres Vaters ein, haben sie aber selber nie getanzt. Aber ich habe all diese Stücke miterlebt.
Und das sitzt – ich weiß nicht wo. Auch wenn ich nicht im Ballettsaal groß geworden bin, habe ich viel aufgenommen. Ich fühlte mich vor dreißig Jahren, als wir all die Werke rekonstruierten, absolut zu Hause im Œuvre meines Vaters. Ich musste meine Erinnerung lediglich auffrischen. Aber wir hatten die Aufzeichnungen, von denen später noch die Rede ist. Wir hatten einige der ehemaligen Solisten, im Fall von «Ein Ball in Alt-Wien» sogar noch das Glück eines Filmdokuments. Apropos «Ein Ball in Alt-Wien»: In der Folkwang-Schule gab es ein Fach, das sich «Tanzform» nannte, in dem sich meine Eltern Ende der zwanziger Jahren mit großer Freude mit Gesellschaftstänzen ...
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