Was Laban lehrte

Tanz - Logo

Selbst wer sich nur marginal mit Geschichte und Wissenschaft des Tanzes im 20. Jahrhundert beschäftigt, kennt seinen Namen: Rudolf von Laban. Der 1879 geborene Sohn eines österreichisch-ungarischen Offiziers gilt als der einflussreichste Theoretiker des modernen Tanzes. Der vorgesehenen Karriere im militärischen Dienst der k&k-Monarchie entwand er sich durch ein Kunststudium in Paris. Er wurde Tänzer, Choreograf und Pädagoge  – erst auf dem freigeistigen Monte Verità in der Schweiz, dann in München, Hamburg und Berlin.

Nach Schul- und Theatergründungen im beginnenden Nazi-Deutschland, das ihn erst vereinnahmt, schließlich schasst, arbeitet er nach 1937 in England. Wird Laban manchmal gar die Begründung des Deutschen Ausdruckstanzes zugeschrieben, findet sich in seinem kleinteiligen theoretischen Werk doch etwas, wenn man so will, von der Präzision und Genauigkeit des militärischen Denkens wieder. Labans ausgefeiltes System der Choreutik, der Wissenschaft von der Analyse und Synthese körperlicher, seelischer und geistiger Bewegungen, basiert auf Überlegungen zur Raumharmonie und legt den Fokus auf den Bewegungsvorgang. Quantitativ und qualitativ Körperbewegungen zu differenzieren, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2009
Rubrik: Methode, Seite 66
von Elisabeth Nehring

Vergriffen
Weitere Beiträge
Fumiko Ikeda, Tim Etchells: «in pieces»

Vorstellen muss man sie nicht mehr: Fumiyo Ikeda kennt, wer Rosas kennt. Die Japanerin war fast von Anfang an ein starker Aktivposten in Anne Teresa De Keersmaekers Kompanie. 2007 tat sie sich mit Benjamin Verdonck und Alain Platel zu einem eigenen Stück zusammen, in dem sie und Verdonck die furchtbaren Erlebnisse von afrikanischen Kindersoldaten verkörperten....

Brief aus Haifa

Der Papst forderte die Zweistaatenlösung. Was Krieg zwischen zwei souveränen Gebilden bedeuten würde. Bis dahin gibt's unzählige Sticheleien. Jerusalem, kurz bevor der Papst eintraf, wurde zu «Al-Quds, Hauptstadt der arabischen Kultur» erklärt. Ein Problem? In Ostjerusalem leben mehrheitlich arabisch Sprechende. Sie sind nur eben: israelische Staatsbürger.

Wenn...

Tanz den Baobab

Germaine Acogny gilt als die Ikone des afrikanischen Tanzes, eine Choreografin, Bewahrerin der Tradition und Visionärin ihrer Verlängerung ins Zeitgenössische. Die Ex-Direktorin von Mudra Afrique ist heute Leiterin der größten, wichtigsten und professionellsten Tanzschule des Kontinents. Die École des Sables wurde ihr Lebenstraum – und ein Traum für alle, die dort...