Was Laban lehrte
Selbst wer sich nur marginal mit Geschichte und Wissenschaft des Tanzes im 20. Jahrhundert beschäftigt, kennt seinen Namen: Rudolf von Laban. Der 1879 geborene Sohn eines österreichisch-ungarischen Offiziers gilt als der einflussreichste Theoretiker des modernen Tanzes. Der vorgesehenen Karriere im militärischen Dienst der k&k-Monarchie entwand er sich durch ein Kunststudium in Paris. Er wurde Tänzer, Choreograf und Pädagoge – erst auf dem freigeistigen Monte Verità in der Schweiz, dann in München, Hamburg und Berlin.
Nach Schul- und Theatergründungen im beginnenden Nazi-Deutschland, das ihn erst vereinnahmt, schließlich schasst, arbeitet er nach 1937 in England. Wird Laban manchmal gar die Begründung des Deutschen Ausdruckstanzes zugeschrieben, findet sich in seinem kleinteiligen theoretischen Werk doch etwas, wenn man so will, von der Präzision und Genauigkeit des militärischen Denkens wieder. Labans ausgefeiltes System der Choreutik, der Wissenschaft von der Analyse und Synthese körperlicher, seelischer und geistiger Bewegungen, basiert auf Überlegungen zur Raumharmonie und legt den Fokus auf den Bewegungsvorgang. Quantitativ und qualitativ Körperbewegungen zu differenzieren, ...
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