André Presser
André Presser ist nicht auf den Hund gekommen, wie das Deckblatt einer Biografie vermuten lässt. Aber Tishpoo ist immer dabei, wenn sein Herrchen dirigiert. Das tut der rothaarige «Ratje» aus Amsterdam, wie ihn eine seiner Geliebten nennt, heute nur noch in Ausnahmefällen.
Andries Jacob Presser, wie der Sohn eines jüdischen Kabarettisten eigentlich heißt, ist als Ballettdirigent ohnehin eine Ausnahmeerscheinung, ein «Underdog», wie er selbstironisch sagt, eine «Hure des Tanzes», wie Musiker spotten – ein Beruf, den es scheinbar nicht gibt: ein Ballettdirigent und als solcher einer der Besten. Heinz Spoerli nennt ihn in der sehr persönlichen Biografie «André Presser – Der Ballettdirigent. Ein Leben für den Tanz und die Musik» von Annette Bopp einen «Zauberlehrling» Nureyevs, der ihm das «Wesen des Tanzes» vermittelt habe.
Und obwohl Presser die Meinung vieler Orchestermitglieder teilt («Dornröschen», das Schlechteste, was Tschaikowsky geschrieben hat ... «La Sylphide» von Herman Løvenskjold – scheußlich! ... «Bayadère« von Ludwig Minkus – mein Gott! ... «Don Quixote» von Minkus – grässlich! «La Fille mal gardée» von Hérold – grauenhaft!), verwandelt sich ein «drittklassiges ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das könnte Sie auch interessieren:
André Presser über die Ballett-Musik als zweite Geige...
Tanz und Musik - eine Liebe voller Missverständnisse...
Maren Witte studierte Literatur- und Kulturwissenschaft in Freiburg, Berlin und Berkeley (USA), wo sie auch Tanztechniken wie Release, Contact Improvisation und Tango Argentino trainierte. Sie promovierte an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über die Wahrnehmung und Wirkung von Bewegung im Theater Robert Wilsons. Ihre Studien setzte sie über Tango und...
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui und der britische Bildhauer Antony Gormley arbeiteten (mit Akram Khan) bereits an «Zero Degrees» sehr erfolgreich zusammen. Für ihr neuestes Stück liefert der junge polnische Komponist Szymon Brzóska die Live-Musik, und Cherkaoui erfüllt sich einen lang gehegten Traum: mit den Mönchen des Shaolintempels in China zu...
Seit 2005 sind Sie Künstlerische Leiterin der Martha Graham Dance Company. Wie steht es um die Aufführungsrechte der Choreografien? Bis auf zwei liegen sie nun endlich bei uns. Die Zeit nach Grahams Tod 1991 war hart wegen des Nachfolgestreits mit Ron Protas. Es gab kaum Auftritte und wenig Reisen. Von Grahams nachgelassenen 181 Choreografien sind heute etwa 50...
