Die Bernal Methode
Auf den ersten Blick unterscheidet sich ihr Unterricht nicht von dem anderer Ballettpädagogen. Erst wenn man genauer hinschaut, ist vieles anders: die Zeit, die sie sich für die «Stange» nimmt, die Unnachsichtigkeit, mit der sie immer wieder die ers-te Position korrigiert. Bis alles im Lot ist. Christina Bernal, klein von Gestalt, aber unübersehbar im Ballettsaal, entgeht nichts.
«Sie hat ein unglaubliches Auge», meint Bridget Breiner, die ehemalige Stuttgarter und Dresdner Ballerina, die sie über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet hat; «sie besitzt einen Instinkt dafür, die Wurzeln eines Prob-lems aufzuspüren.» Das ist nicht immer so einfach. Allzu leicht täuscht ein Tänzer über seine Handicaps hinweg und kompensiert sie so lange durch sein künstlerisches Können, bis der Körper nicht mehr anders kann und auf seine Überforderung verletzt reagiert. Back to the roots also. Die energische Frau mit Kurzhaarfrisur achtet bei ihrer Basisarbeit sehr genau darauf, dass jedes Gelenk wieder seinen anatomisch angestammten Platz findet und jede Bewegung richtig gewichtet wird. Sie sind das A und O.
«Gleiches Gewicht auf beiden Füßen!», predigt die Pädagogin immer wieder und nennt als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
1946 eröffnete in Gdansk eine Ballettschule. Das Militär half dabei nach Kräften. Es gab sie noch, nährende Nähe zur Armee. Aber dann entband der Sozialismus das Militär von allen Kunstpflichten. Heute, so Witold Mrozek, der in Gdansk das Tanzportal Nowy Taniec (Neuer Tanz) redigiert, sind sie alle gegen Tanz. «Die Katholizisten verachten seine Profanität. Die...
Ihr Schnurren ist das einer Raubkatze. Unvermittelt setzt sie zum Sprung an, die Beute fest im Blick, und krallt sich in ihren Hals. Der Danse macabre beginnt. Diva mit Killerinstinkt. Sie lenkt die Schritte. Der junge Mann hat keine Chance.
Die Rolle der Martha in Edward Albees mörderischer Eheschlacht «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» ist Mechthild Großmann auf...
2008, auf den Straßen wälzen sich die Massen voran. Zur Arbeit, nach Hause, zum Vergnügen. Die größten Plakate verkünden den Kinostart von «Sex and the City». Im Mittelpunkt das Happy End am Altar. Die Braut trägt Weiß, um in aller Öffentlichkeit ihre Unschuld zu demonstrieren. Demonstrieren? Oh bitte, vierzig Jahre sind kein Fliegenschiss. Im nordfranzösischen...
