Weihnachten in Amerika

Wie die harte Nuss eine ganze Nation eint und spaltet.

Tanz - Logo

Das Trauma, ...

David Kersleys erste Erfahrung mit dem «Nuss­knacker» ist nun 42 Jahre her. Aber die Erinnerung daran ist so frisch, als sei es gestern gewesen: «Ich war in der ersten Klasse und wurde dazu gezwungen, im Blumenwalzer eine der Bienen zu spielen. Ich habe mich gewunden und während der ganzen Aufführung mit den Zähnen geknirscht. Meine Mutter hat das gemerkt und war darüber nicht eben erfreut. Ich bin bis heute darüber verbittert, es war ein wirklich traumatisches Erlebnis.»
David hat schwere seelische Wunden von seiner «Nussknacker»-Erfahrung davon getragen.

Auch Meg wurde vom «Nussknacker» fürs Leben gezeichnet, im Gegensatz zu David fühlt sie sich von dem Erlebnis jedoch auf ewig bereichert: «Mein Vater hat mich zusammen mit meinem Cousin und dessen Bruder zu einer ‹Nussknacker›-Aufführung in Washington mitgenommen, und er hat mir vorher einen Nussknacker geschenkt. Ich bin jetzt 41 Jahre alt und dieser Nussknacker ist bis heute die erste Weihnachtsdekoration, die ich auspacke, und die letzte, die ich wieder wegpacke. Der ‹Nussknacker› symbolisiert für mich alles, was an Weihnachten wunderbar ist und erinnert mich an ein ganz besonderes Erlebnis, das ein kleines ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2005
Rubrik: Der Nussknacker, Seite 32
von Sebastian Moll

Vergriffen
Weitere Beiträge
Stela Korljan: «Mario und der Zauberer»

Zeitgenossen entdecken in Thomas Manns Novelle Mario und der Zauberer mühelos Bezüge zu heute. Als ein Stück über die Freiheit des Willens choreografierte es Stela Korljan, Ballettdirektorin vom Schleswig-Holsteinischen Landestheater. Aus dem «Zauberer» wird der Ich-Erzähler, ein Alter Ego Thomas Manns: niemand anderes als der Generalintendant Michael Grosse, der...

Ein Duft von Blumen

Es grünt so grün, wenn Malakhovs Blumen blühen. Rosen, wohin man blickt. Im Entree der Deutschen Oper, an den Aufgängen, sogar im Foyer. Auch auf der Bühne, die Valery Kungurov in einen französischen Park verwandelt hat. «Gärten sind magische Orte», lässt sich der «leidenschaftliche Blumenliebhaber» Vladimir Malakhov im Programmheft zitieren, und wie im Märchen...

Ein weicher Kern

Man kann in keiner Stadt wohnen, ohne sie nicht zu entdecken: Plakate annoncieren jedes Jahr zu Weihnachten den «Nussknacker». In manchen Familien gehört der Besuch dieses Lev-Ivanov-Balletts aus dem Jahr 1892 ebenso zur Vorweihnacht wie die ganze Hatz um Baum und Schmuck, Gans und Geschenke. Irgendwie erinnert die Geschichte um Marie und ihren Nussknacker ja auch...