In trockenen Tüchern

Mei Hong Lin: «Das Haus der Bernarda Alba» in Darmstadt

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Mit «Das Haus der Bernarda Alba» stellte sich die neue Leiterin der Sparte Tanz am Staatstheater Darmstadt, Mei Hong Lin, einem ausgehungerten Publikum vor, das sich zuletzt mit Birgitta Trommlers zuweilen plattem Tanztheater vom Tanz abgewandt hatte. Dankbar und mit viel Beifall nahm es Mei Hong Lins kreuzbrave, aber solide Umsetzung von Federico García Lorcas Theaterstück auf, das den Zuschauern einen unverfänglichen Abend bescherte.


In zwölf Bildern erzählt Mei Hong Lin, die, aus der Folkwang-Hochschule Essen kommend, zuletzt Ballettleiterin am Theater Dortmund war, die Geschichte der Bernarda Alba, die nach dem Tod ihres Mannes ihrem Haus und ihren fünf Töchtern jahrelange Trauer auferlegt, was ihnen jegliche Lust am Leben verbietet. Mit aufrechtem Gang steigt in der Premiere Julio Viera die Treppe am rechten Bühnenrand hinauf, die Hände züchtig und streng unterhalb des Bauchs gefaltet, und verbannt mit einem barschen «Silencio» das Leben aus dem Haus. Wa­rum Mei Hong Lin die Rolle der Mutter mit einem Mann besetzt (wie beispielsweise Mats Ek in ­seiner Version), lässt sich nur raten. Vielleicht will sie die Unterdrückung der weiblichen Lust durch den Mann hervorheben – eine ...

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Tanz Januar 2005
Rubrik: On Stage, Seite 50
von Gerald Siegmund

Vergriffen
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