„Yes“ – eine räumliche Performance
Durch das Werk der Komponistin Rebecca Saunders zieht sich die musikalische Erforschung von Raum wie ein Leitfaden. Für „Yes“ wurde die Britin von dem Monolog der Molly aus dem „Ulysses“ von James Joyce inspiriert. Die Figur wandert durch viele Daseinszustände, die Saunders klanglich und physikalisch anschaulich machen will. Eine Sopranistin und 19 Instrumentalisten haben die 75-minütige, raumgreifende Performance zu einem Klangschatz werden lassen.
Gespannt beobachtete das Publikum, wie Musiker nach und nach auf leisen Sohlen und etwas gebückt zu ihren Instrumenten schleichen. Zum Schlagwerk auf der dritten Empore etwa oder zum Flügel hoch oben auf einem der Balkone zwischen den Zuschauerreihen. Dass Bläser, Streicher und Perkussionisten sich nicht, oder nicht nur, auf der Orchesterbühne versammeln, ist ja nicht ganz ungewöhnlich, versprach an diesem Abend im September aber ein Klang-Raumerlebnis der besonderen Art zu werden. Im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie stand im Rahmen des Musikfestes Berlin die Uraufführung des neuen Werks der britischen Komponistin Rebecca Saunders auf dem Programm, mit dem so schlichten wie vielsagenden Titel „Yes“.
Rebecca Saunders ist eine ...
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BTR Ausgabe 6 2017
Rubrik: Thema: Produktionen, Seite 78
von Irmgard Berner
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