Very British – Oper und Picknickkörbe
Vor 30 Jahren wurde in der Nähe der englischen Akademiker-Stadt Oxford die Garsington Opera geboren. Aus dem Terrassen-Vergnügen enthusiastischer Gutsbesitzer entwickelte sich nach und nach eine professionelle Kompanie nach dem Vorbild Glyndebournes – kleiner zwar, intimer, doch genauso rege und nicht minder lohnend. Heute mischen sich auf Wormsley reizvoll Landhaus-Noblesse und Zeltplatz-Charme. Ein Paradebeispiel für den Boom der privat finanzierten englischen Festivalkultur.
Auf dem Parkplatz im Talgrund warten Kinder mit Handwagen auf schwere Picknickkörbe, Trinkgeld erhoffend. Bedürftige Waisen à la Dickens sind das natürlich nicht, auch wenn man sich auf Wormsley fühlt wie aus der Zeit gefallen: Mitglieder einer lokalen Pfadpfinderabteilung sammeln dort für eine Islandreise. Links geht es zum hauseigenen Cricket-Feld, rechts geht es zum See, wo am fernen Ufer Damwild grast. Das Schloss hält sich dezent im Hintergrund, im Windschutz hoher Hecken warten Picknickzelte: musikalisches Feldlager. Alles strebt zum Opernpavillon. Etwa für Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“, einem Highlight des Garsington-Festivals. In der Oper geht es um einen Landsitz, auf dem es spukt. Die ...
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BTR Ausgabe 4 2019
Rubrik: Thema: Messen & Festspiele, Seite 28
von Wiebke Roloff Halsey
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