Opernkostüme spielen ihre eigene Rolle
Der britische Videokünstler Ed Atkins zeigt im Berliner Martin-Gropius-Bau eine Ausstellung, bei der 6000 Kostüme aus dem Fundus der Deutschen Oper einen großen Auftritt haben. Sie werden zusammen mit Filmen und Videos sowie Sound-Kulissen zu einem „Kammerspiel“ arrangiert, wie der Künstler es nennt. Fünf Akte, fünf Räume, in denen unserer modernen Zivilisation ein eigensinniger Spiegel vorgehalten wird – virtuell und real.
Wuchtige Kleiderständer voller Opernkostüme, die in zwei Reihen übereinander bis fast unter die Decke reichen, flankieren überdimensionierte Videowände. Ein Mann stöhnt heiser, Tropfen plätschern, ein dunkles Dröhnen dringt wie aus einem Keller. Langsam, plastisch entwickeln die Geräusche einen akustischen Sog, der einen weiter in den Raum hineinzieht. Dann plötzlich Klaviertöne, in der Ferne klirren Stimmen ineinander. Der Sound wabert durch den Saal im Martin-Gropius-Bau, während heulende Gesichter von einem Großbildschirm schauen, ein Baby, ein Junge, dann ein alter Mann mit Kapuze. Es trieft nur so aus ihren Augen, aus der Nase, dass man sich schaudernd abwenden möchte und doch im Loop immer wieder hinschaut, wie das dicke Nass über ihre Gesichter läuft ...
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BTR Ausgabe 6 2017
Rubrik: Thema: Ausstellungen, Seite 24
von Irmgard Berner
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