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Bilanz

Die Opernsaison 2020/21

Die Spielzeit 2020/21 wird in die Geschichte der Opernwelt eingehen als diejenige, in der (fast) alles anders war. So auch im Jahrbuch Opernwelt: Anstelle der Kritikerumfrage nach den besten Künstlerinnen und Künstlern der Saison treten persönliche Statements von 40 Kritikerinnen und Kritikern.

Eine kleine Auswahl:

„Eines zeigte sich in der Pandemie in schmerzhafter Deutlichkeit: Über diejenigen Menschen, die in fünf, 10, 20 oder 30 Jahren vielleicht in die Oper gehen, wurde kaum geredet, ja nicht einmal nachgedacht. Und es war erschreckend, mitansehen zu müssen, wie selten die Begriffe «Kinder» und «Jugend» überhaupt vorkamen in den politischen Debatten." Den gesamten Beitrag von Jürgen Otten lesen Sie hier

 

„Hat alles nichts gebracht: die echten Flüchtlinge auf der Bühne; die Kinder aus Afrika, die Armut beglaubigen sollten, obwohl sie aus einer intakten, gar nicht so armen Familie kamen; die Nutten, Nutten und abermals Nutten, die der alten, elitären Oper mehr street credibility verschaffen sollten. Völlig nutzlos! Von der Relevanz, die mit diesen «Einfällen» des Regietheaters behauptet worden war, blieb nichts übrig. Geschert hat sich in der Pandemie kein Politiker darum und kein Publikum. Die Theater blieben zu, der Protest dagegen blieb aus." Den gesamten Beitrag von Jan Brachmann lesen Sie hier

 

„Bei aller Hoffnung auf ein Eindämmen der Pandemie durch Impfungen sind da im Hintergrund zwei große Sorgen: Wie soll sich Theater als Zuschussbetrieb finanzieren, wenn es weiter nur unter großen Beschränkungen des Platzangebots stattfinden darf? Und was ist, wenn das Publikum nicht mehr zurückkehrt? Aus diffusen Ängsten, Gleichgültigkeit oder Sparzwang. Oder einfach nur, weil es doch gar nicht so schlecht war, im «Corona-Biedermeier»?" Den gesamten Beitrag von Alexander Dick lesen Sie hier

 

„Manchmal wurde ich den Eindruck nicht los, dass die Macher es auch genossen, so ein Riesenhaus einmal für sich allein zu haben, ohne die lästigen, oft quengeligen Zuschauerinnen und Zuschauer.“ Den gesamten Beitrag von Ekkehard Pluta lesen Sie hier

 

„Vielleicht wird der Opernbetrieb in den nächsten Saisons so hochgefahren, als hätte es die Krise nie gegeben. Mit Höchstgagen für sehr wenige und Niedriglohn für viele, mit hohem Glamourfaktor und vielen Flugmeilen, mit dem ewig gleichen Repertoire und hohen Subventionen für die etablierten Opernhäuser. Aber vielleicht führt der erzwungene Stillstand auch zu Veränderungen im überhitzten Musikbetrieb. Weniger internationale Tourneen, mehr regionale Kultur, eine höhere Flexibilität in den Spielplänen, größere Unterstützung für die freie Szene. Weniger Selbstgefälligkeit, mehr Zuwendung zur Gesellschaft. Weniger Trägheit, mehr Spontaneität. Weniger Konvention, mehr Mut zu Entdeckungen." Den gesamten Beitrag von Georg Rudiger lesen Sie hier