Viva la vida
Zwei Ballettdirektoren, eine Idee: Reginaldo Oliveira und Ricardo Fernando – beide Brasilianer, einer in Salzburg, der andere in Augsburg ansässig – haben die Hommage an die mexikanische Malerin Frida Kahlo zur Chefsache gemacht. Das Publikum quittiert die Umsetzung dieser so populären Künstlerinnen-Vita mit ausverkauften Vorstellungen und euphorischem Jubel. Mit und ohne Jubiläumsdatum – am 13. Juli 2024 jährte sich Kahlos Todestag zum 70. Mal – bleibt die Künstlerin präsent.
Mit allen Fasern ihres versehrten Körpers stellte sie sich ihrem Schicksal entgegen, transformierte ihr Leben durch die Kunst: «Ich bin die Art Frau: Wenn ich den Mond will, hol ich ihn runter.» 152 Bilder umfasst ihr Werk. Berühmtheit erlangte sie insbesondere durch Selbstporträts, in denen sie ihren Blick frontal auf die Betrachtenden richtet. «Ich male mich, weil ich sehr viel Zeit alleine verbringe, und weil ich das Motiv bin, das ich am besten kenne», schreibt sie 1926 im Alter von 19 Jahren. Auch der Blick auf die beiden Tanzabende in Salzburg und Augsburg und damit die Frage nach womöglich unterschiedlich gesetzten Schwerpunkten in der tänzerischen Umsetzung lohnt. Beide Produktionen setzen auf ein ...
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Tanz Januar 2025
Rubrik: Kunstträume, Seite 17
von Renate Baumiller-Guggenberger
Berlin
TANZTAGE/PURPLE/PERFORMING ARTS SEASON
Der Berliner Januar ist vollgepackt mit zeitgenössischem Tanz. Wobei «zeitgenössisch» nicht zuletzt heißt: jung, unkonventionell, genreübergreifend. Der künstlerische Nachwuchs tobt sich bei den 34. «Tanztagen» vom 9. bis zum 25. Januar in den sophiensælen aus. Was eben auch heißt: Es gibt nicht die üblichen...
Keine Künstlerin, kein Künstler der freien Szene bleibt von den Kürzungen im Kulturetat verschont. Auch wenn Einzelne noch gefördert werden: Die Einschnitte sorgen längst dafür, dass sich unter den Kulturschaffenden der Hauptstadt ein Gefühl äußerster Hoffnungslosigkeit breit macht. Das ist dramatisch und traurig. Insbesondere wenn man die Anstrengungen bedenkt,...
Orange. Zuletzt waren Aszure Bartons Stücke geprägt von dunklen Farben, aber «Slow Burn», ihre erste Arbeit am Hamburg Ballett, ist getaucht in ein vielschichtiges Orange: ein bisschen dunkler bei den Kostümen (Michelle Jank), ein bisschen heller bei der Bühne (die Choreografin mit Jank und Tanja Rühl), flirrend beim Licht (Rühl). «Für mich symbolisiert die Farbe...
