utrecht: yasmeen godder «storm end come»

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Die israelische Choreografin nennt ihr neustes Stück «Storm End Come». Es klingt wie «Sturm Ent-Kommt», wortverspielt, im Hebräischen aber ist der Titel viel weicher, musikalischer. Phonetisch transkribiert lautet er «Sof Sufa Boh». Was aber besagt so ein Titel? Bei Godder sehr viel, denn er deutet stets die Konstruktionsweise an, ohne inhaltlich etwas über ihre Kunst zu verraten. Der Titel ist wie ein Schirm, unter dem ihre sechs Tänzer nach und nach ihre tanzenden Puzzleteile auf grellweißer Bühne zusammensetzen.


Die eroberte sie in ihrem vorangehenden Stück «Love Fire» noch ängstlich, absichernder. Nun kehrt sie zurück zum Klotzen statt Kleckern. Ihre Tänzer haben die Lexik ihrer Tanzsprache stärker in sich verankert, besonders Dalia Chaimsky und Shulamit Enosh, die ihre anspruchsvollen Parts so ausfüllen, wie es sich gehört für weibliche Godder-Charaktere: immer ihrer Macht gewahr, der eigenen körperlichen Stärken bewusst, leben sie ihren Killerinstinkt, um im nächsten Moment so zugänglich und verspielt zu erscheinen wie ein unterwürfiges Raubtier. Dagegen wirken die Männer fad wie etwas, womit man spielen kann, subjektlos und entwurzelt.

Yasmeen Godders Bühne ist zur ...

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Tanz April 2011
Rubrik: kalender, Seite 42
von Ora Brafman

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