prometheus landschaft II

Wo’s qualmt, ist nicht unbedingt Feuer. Wie Jan Fabre seinen heiligen Zorn zelebriert.

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Der Mann muss einfach qualmen. Wo Feuer und Rauch ist – da ist Leidenschaft, Risikofreude, Mut zum Neuen. Feuer ist Erleuchtung, Rauch Vernichtung. Jan Fabre, Fackelträger für unsere verblendet-furchtsame Zeit und passionierter Raucher, überbrachte vor vier Jahren seinem Publikum die Botschaft von der Poesie der Zigarette. Der Komponist Wolfgang Rihm hatte sich von Fabres 1988 entstandenem Text «I’m a mistake» zu feinsinnigen Klangflächen inspirieren lassen. Fabre wiederum hatte Rihms Musik tanztheatral ­«bearbeitet» und zeigte: elegant rauchende ­Frauen.



Jetzt legt der belgische Gesamtkünstler noch mal nach, muss mit einer Kippe ein Purgatorium entfachen. «Wir leben in einer Gesellschaft, in der man in keinem Museum, keinem Theater mehr Feuer machen darf.» Das Feuer ist aus – eben das entzündet die Empörung. Deshalb nun eine Hommage an Prometheus, den zündelnden Rebellen, der den Allerhöchs­ten trotzt und dem dafür täglich die Leber zerfetzt wird. Ein Held nach Fabres Geschmack.


In den Seilen hängen

Schon einmal, ebenfalls 1988, hat er ihm ein Stück gewidmet. Jetzt, so scheint es, spürt er mit dieser Figur erneut dem eigenen Künstlerauftrag nach, sucht nach seinem ...

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Tanz April 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Nicole Strecker

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