Freie Szene Köln
Ach Köln. Die Kulturpolitik in der viertgrößten Stadt der Republik erweist sich wieder einmal als Witz, nur als nicht besonders guter. Aus Tanzperspektive sogar: als erschreckender. Vor ein paar Jahren wollte die Stadt die hier einst schnöde eingestellte Tanzsparte wieder beleben. Man bat um Bewerbungen, eine Findungskommission nahm die zeitgenössische Starchoreografin Marlene Monteiro Freitas in die engere Auswahl.
Worauf aus Kreisen der Stadtregierung verlautete, dass man sich eher neoklassisches Ballett vorgestellt habe, wie es im Umkreis auch schon in Düsseldorf, Dortmund und Essen gepflegt wird. Na, schönen Dank auch – Freitas verabschiedete sich Richtung Berlin. Dann hieß es, eine eigene Tanzcompagnie sei ohnehin nicht finanzierbar, man wolle aber der freien Szene ein dringend benötigtes Produktionshaus schaffen. Und zwar im Depot, einem Bühnenkomplex, in dem seit 13 Jahren das städtische Schauspiel den ökonomisch schwachen Stadtteil Mülheim aufwertete: Wenn das Schauspiel 2026 zurück auf seine sanierte Stammbühne in der Innenstadt gezogen wäre, dürfe hier freier Tanz produziert werden. Die Planung hielt bis Jahresbeginn, dann verkündete die Politik, dass man die große ...
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Tanz November 2026
Rubrik: Side steps, Seite 20
von
Antwerpen
PHIA MÉNARD & KOR‘SIA «DE MATERIE»
Louis Andriessens Musiktheater «De Materie» von 1988 kam in Antwerpens Oper zur erst dritten szenischen Aufführung. Das monumentale Werk kreist in vier Sätzen um handfeste und abstrakte, politische und philosophische Themen wie den Schiffbau, den Philosophen David Gorlaeus, die Mystikerin Hadewijch, die Ästhetik Piet...
Wie romantisch! Gemeinsam tanzen bis zum Umfallen, auf Gedeih und Verderb. Sich gegenseitig unterstützen, um länger durchzuhalten als alle anderen und das Preisgeld einzuheimsen. Dafür müssen strenge Regeln – kurzer Schlaf-, Trink- und Essenspausen – respektiert werden. Bekannt wurde das Phänomen aus den 1930er-Jahren durch den Roman «They Shoot Horses, Don’t They»...
Sie singt wirklich. Vilma Kananen sitzt in der Bandewanne und singt in die Duschbrause: «There are things you never forget, even though you grow old», im Original von Moriarty. Ein überraschender Start für «Ella», das neue Stück der Sebastian Weber Dance Company, in der Weber die Erinnerungen seiner Großmutter verarbeitet, mit der er im Alter von 100 Jahren ein...
