Stuttgart on tour: Helena Waldmann «Der Eindringling. Eine Autopsie»
Helena Waldmann reist viel und schaut der Gesellschaft gerne in die Seele. Und so ist ihr neues, in Ludwigshafen uraufgeführtes Stück «Der Eindringling. Eine Autopsie» eine Reise ins Innerste des Menschen, in den Kern unserer (derzeitigen) Befindlichkeiten. Eine Stunde lang sind wir aufgefordert, uns selbst zu betrachten, eine Autopsie an uns selbst durchzuführen, mit eigenen Augen auf uns und in uns hineinzuschauen.
Es geht um die Angst, die Angst vor Eindringlingen – in unseren Körper, in unsere Gesellschaft.
Und unsere desperaten Versuche, uns vor ihnen zu schützen, sie abzuwehren, von uns fernzuhalten. Auf tragikomische Weise zeigt das Stück, dass unser übersteigertes Bedürfnis nach Schutz in die komplette Schutzlosigkeit führt.
In schneller Abfolge finden brutale, erotische, komische «Meetings» statt, in denen sich die drei Tänzer und Performer Tillmann Becker, Mattia Satacino und Ichiro Sugae angreifen und verteidigen. Als tänzerische Grundlage bedient sich Waldmann der chinesischen Kampfsportart Kung Fu und deren Philosophie: den Gegner nicht vernichten, sondern kennenlernen und an ihm wachsen. Begleitet werden die «Meetings» vom Vokalisten Telmo Branco und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2019
Rubrik: Kritik, Seite 39
von Nadja Encke
Auf dem Cover der tanz-Ausgabe 6/19 ist nicht Nazareth Panadero zu sehen, sondern Cristiana Morganti. Wir bitten um Entschuldigung.
Katja Schneider tritt die neue Tanzwissenschaftsprofessur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt an und unterrichtet in den Studiengängen Bachelor Tanz und Master Contemporary Dance Education. Die promovierte Theater- und Literaturwissenschaftlerin war stets übers Akademische hinaus aktiv, etwa als Tanzjournalistin und Redakteurin des...
Die Tanzsparte am Theater Bremen ist neu aufgestellt. Der Hauschoreograf Samir Akika muss nur noch ein Werk pro Jahr abliefern. Der Qualität hilft das enorm. Dafür wird die kleine Truppe mit immer neuen Gästen überrascht. Diesmal ist es Adrienn Hód aus Ungarn, choreografische Grenzgängerin in einem Land, in dem sich die Partei unter Victor Orbán gern und oft gegen...
