Sharon Eyal: «Promise»
Ein Tanzstück wurde vor der Pandemie zum Quotenhit am Mainzer Staatstheater: «Soul Chain» von Sharon Eyal. Jetzt hat die israelische Choreografin mit drei Tänzerinnen und vier Tänzern in ziemlicher Abgeschiedenheit an «Promise» gearbeitet, das im Kleinen Haus zur Uraufführung kam. Das Stück ist nur 45 Minuten lang, aber wie stets bei Eyal ein unaufhörlicher intensiver Bewegungsfluss.
Himmelblau sind diesmal die Kostüme von Rebecca Hytting: hochgeschlossene Badeanzüge und bis zur halben Wade reichende Socken für alle.
Über dem Ensemble schweben zeitweise fahle ferne Sterne (Licht und Bühne: Alon Cohen). Und Ori Lichtik hat wieder einmal von Technobeats geprägte Musik beigesteuert, deren treibender Rhythmus allerdings unterbrochen wird für etwas Béla Bartók, Patrick Watson, Frankie Laine.
Sharon Eyals Wahrzeichen, das Trippeln und Hippeln auf halber Spitze, fordert die Ausdauer der Mainzer Tänzer erneut heraus. Aber es gibt viele Ballungen des Ensembles, sieben Körper, die sich aneinander schmiegen, pressen, zusammengesteckte Köpfe, eine in Zeiten von Corona schon fast erschreckende Intimität. Manchmal wirken die Tänzerinnen und Tänzer dabei geradezu ekstatisch, wie sie die Hände ...
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Tanz Januar 2022
Rubrik: Kalender, Seite 35
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