Revoluzzer
Der Letzte macht das Licht aus. Nicht bei John Neumeier. Noch während der ersten Welle der Pandemie erinnerte sich Hamburgs Ballettchef eines alten Brauchs und ließ nicht nur des Nachts im Theater das sogenannte «Ghost Light» leuchten. Er hielt auch während des Lockdowns sein Ensemble in Bewegung und sorgte so dafür, dass böse Geister gar nicht erst in Versuchung kommen, die Bühne zu besetzen.
Wann immer sich eine Gelegenheit bot, scharte er im gebotenen Abstand seine Tänzer und Tänzerinnen um sich – und so entstand das Ballett «Ghost Light», sichtbar gemacht sowohl auf der Bühne wie im Fernsehen und auch auf DVD.
«Ghost Light», choreografiert zu Schuberts Musik, wurde zu Beginn der Spielzeit uraufgeführt, das «Beethoven-Projekt II» zum Abschluss – auch das letztlich ein «Ballett in Corona-Zeiten». Denn geplant war zum Schluss des Beethoven-Jahrs 2020 eigentlich die «Neunte» – sozusagen als Krönung der künstlerischen Möglichkeiten. Stattdessen gab’s eine Fortsetzung des «Beethoven-Projekts» aus dem Jahr 2018 (tanz 10/18) mit anderer Musik, aber mit derselben Besetzung: Auch im «Beethoven-Projekt II» steht Aleix Martínez im Mittelpunkt, ein charismatischer Tänzer, der ab der ...
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Tanz August/September 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Hartmut Regitz
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