Nele Hertling

Sie ist immer unterwegs und immer mittenmang, die Berliner Grande Dame des Tanzes. Doch ihr Einsatz hat nie an den Stadtgrenzen Halt gemacht. Dafür wird sie jetzt mit dem «Deutschen Tanzpreis» geehrt

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Aufgeben? Zurückziehen? Nein, solche Überlegungen scheinen Nele Hertling völlig fremd zu sein. Sie sitzt mit ihren 84 Jahren in der Arbeitsgruppe «Räumliche Infrastruktur», eingerichtet vom «Runden Tisch Tanz» in Berlin, um mit anderen Gremien ein Zukunftskonzept für den Tanz zu entwickeln. Dass dieser Prozess «partizipativ» angelegt ist, ist (bis auf den neudeutschen Sprech) nicht wirklich neu. Aber dass der Berliner Senat dafür Geld bereitgestellt hat und sich gelegentlich Kulturpolitiker zu den Sitzungen einfinden, das ist neu.

So viel Tuchfühlung ist selbst für die mit allen kulturpolitischen Wassern gewaschene Nele Hertling ungewohnt. Sie sitzt wie immer lieber in der zweiten als in der ersten Reihe und hört zu. Ab und zu ergreift sie das Wort und bringt ihre Erfahrungen aus einem halben Jahrhundert ein. Für sie müssen die Auseinandersetzungen um die richtige Strategie das eine oder andere Déjà-vu heraufbeschwören. Ungezählte Stunden hat sie mit wechselnden Partnern über Tanz diskutiert. Vor und hinter den Kulissen. Nicht nur in Berlin. Ob sie die politische Naivität mancher Akteure mit den Jahren nicht doch mal nervt, lässt sie nicht erkennen. Allenfalls in Gesprächen mit ...

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Tanz August/September 2018
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Claudia Henne

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