Katerina Andreou
«I was very into it and never really part of it», so beschreibt Katerina Andreou ihre Beziehung zum Ballett- und Klavierstudium, dem sie sich bis Anfang 20 widmete. Dieses Teilhaben aber nicht Teilsein hat sie beibehalten. Nicht umsonst heißt ihr letztes Stück «BSTRD»: ein Bastard ohne Vokale, ein Körper ohne Seele. Was gehört zu mir? Was kann ich mir aneignen? Diese Fragen überlässt sie ihrem physischen Apparat zur Entscheidung.
Sie füttert ihn mit Ballett, Salsa, Boxen, griechischen Volkstanzschritten, urban dances, frühen Ausdruckstanz- oder 80er-Jahre-Rockstarposen, reduziert das Vokabular auf das, was sie interessiert, portioniert und poliert. Dann überlässt sie dem Körper, was er daraus macht. In einem klaren formalen Rahmen, mit Musiksamples aus Rock- und House-Musik, verfolgt sie in ihren Stücken das Prinzip der instant composition. In «A Kind of Fierce» – das Setting markieren zwei Boxen und eine Lichtschranke im Hintergrund – wirkt sie noch gliederpuppenartig und fremdgesteuert. In «BSTRD», 2018 u. a. auf dem «Young Choreographers Festival» in Athen gezeigt, scheint die Wahlfranzösin (und studierte Rechtsanwältin) sich zweizuteilen: Der Oberkörper wirkt lange Zeit wie ein ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 154
von Astrid Kaminski
Es ist sicher kein Zuckerschlecken, in der norddeutschen Provinz die Fackel des Tanzes an einem Siebenspartenhaus mit vier Spielstätten und 20 Millionen Euro Etat am Flackern zu halten. Vor allem, wenn man als gebürtiger Pariser den Glanz des dortigen Ballet de l’Opéra erlebt hat. Doch Antoine Jully, der als Tänzer in seiner Heimatstadt und beim Royal Ballet London...
Rudol’f Chametovič Nuriev, so lautet sein Name in wissenschaftlicher Transliteration, ist ein Inbegriff der Heimatlosigkeit. Sie beginnt beim Namen. Im Tatarischen, der Sprache seiner Eltern, fand er nie Verwendung: Рудольф Мөхәммәт улы Нуриев oder Rudolf Xämät ulı Nuriev. Wobei noch immer ungeklärt ist, welchem Alphabet der Vorrang gebührt, dem kyrillischen oder...
Streng genommen hat Naoko Tanaka keine Ahnung von Tanz. Sie studierte Malerei und Bildende Kunst in Tokio und Düsseldorf. Vielleicht gerade deshalb und umso mehr überzeugt die künstlerische Inspiration durch das flüchtige Medium, die sie seit 2011 auf faszinierende Weise in installative Bühnenkunst umsetzt. Dabei ist ihre Definition von Choreografie so simpel wie...
