Hoffnungsträger: Eric Trottier und Daria Holme
Gibt es einen besseren Ort für die Hoffnung als ein Gotteshaus? Okay, Altar und Taufbecken sind umbaut, die Kirchenbänke stehen auf einer Tribüne, damit man beste Sicht auf den Tanz hat. Willkommen in der Trinitatiskirche in Mannheim, in der nun bereits in der zweiten Spielzeit nicht mehr der christliche Ritus, sondern der Tanz regiert. Tatsächlich ist Eric Trottier mit seiner Partnerin Daria Holme in Mannheim geglückt, wovon Künstler der freien Szene anderswo träumen: Sie haben dem Tanz eine eigene Bühne erobert.
Seit September 2017 hat sich das EinTanzHaus zu einem Ort mit überregionaler Strahlkraft entwickelt; eine Exzellenzförderung durch den Tanzpakt Stadt-Land-Bund stärkt das Haus als Produktions- und Spielstätte.
Die evangelische Kirche hatte für den denkmalgeschützten Bau aus dem Jahr 1959 nach einer neuen Verwendung gesucht, die Menschen im Viertel sind inzwischen eher nichtchristlicher Herkunft. In kurzer Zeit waren sich Künstler, Kirche und Stadt einig. «Das Geheimnis unseres Projekts? Wir haben einfach mal gemacht», sagt die Künstlerin Daria Holme. Neben dem zupackenden Auftreten des Paars ist es glücklichen Fügungen zu verdanken, dass das EinTanzHaus Realität wurde: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 176
von Andrea Kachelrieß
Sie hat keine Scheu vor politischer (Tanz-)Geschichte, vor der brodelnden Gegenwart schon gar nicht. Eva-Maria Schaller, ausgebildet an der Ballettschule der Wiener Staatsoper und bei Codarts in Rotterdam, ist zeitgenössische Tänzerin – etwa bei Emio Greco, Itzik Galili, Anouk van Dijk. Außerdem choreografiert sie, unterrichtet Countertechnique und nähert sich mit...
Anne Teresa De Keersmaeker, Sie haben unlängst in einem Vortrag am Pariser Collège de France Erstaunliches über ihr Verhältnis zur Musik preisgegeben. Sie sagten: «Die Musik war mein erster Partner, ja sogar mein erster Meister.» Ferner betonten Sie, dass Sie nicht nur in einen Dialog mit der Musik treten, «da es sich schließlich um eine Liebesgeschichte handelt»....
ich habe keinen talisman. ich habe auch kein kontinuierliches ritual. es gibt jedoch gedanken, die oft hochkommen, kurz bevor ich auf die bühne gehe. ich denke an meine grossmutter, die schon lange nicht mehr lebt, an ihre energie und lebensfreude, ihren blick, wie sie mich und meine ersten tanzversuche im wohnzimmer am attersee beobachtet hat und so glücklich war,...
