Bücher, CDs, DVDs August/September 2017
Verboten: O-Ton Pina Bausch
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Tanz-Buch womöglich Rechtsgeschichte schreibt. Wenn es bei dem Urteil bleibt, das am Berliner Landgericht in Sachen «O-Ton Pina Bausch» ergangen ist, steht mutmaßlich mehr auf dem Spiel als die Frage, ob die Regisseurin und Choreografin Ruth Berghaus darin richtig und angemessen wiedergegeben ist. Bestritten wird das vom Sohn der verstorbenen Künstlerin, Maxim Dessau, der deshalb die Jurisdiktion bemühte.
Er verklagte den Schweizer Nimbus Verlag, der das mit «Interviews und Reden» der Tanztheater-Doyenne bestückte, von Stefan Koldehoff und der Bausch Foundation herausgegebene Buch vertreibt. Das Landgericht untersagte am 9. Mai bis auf Weiteres die Verbreitung des Bandes «unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250 000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten».
Der Sachverhalt, den der Nimbus-Verlag öffentlich machte: Unter dem Titel «Wenn wir anfangen, gibt es gar nichts außer uns» dokumentiert der Band ein «Werkstattgespräch in der Akademie der Künste der DDR» in Ost-Berlin. Moderiert von Berghaus, äußerte sich Bausch dort am 29. Mai 1987 zu ihrer Arbeit und Arbeitsweise. Die Tonbänder der ...
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