Foto: Doune
Berlin: Serge-Aimé Coulibaly «Kalakuta Republic»
In nicht wenigen Staaten dieser Welt sieht es doch so aus: Wenn du dein Wohnzimmer zur unabhängigen Republik erklärst, musst du Barrikaden bauen und die Belagerung durch Scharfschützen einkalkulieren; wenn du dort ein Tonstudio betreibst, aber deine Songs den Herrschern missfallen, wenn du gar eine populäre Protestmusik erfindest – dann endest du als politischer Gefangener. So wie einst Fela Kuti in Nigeria, der seinen Lebensort zur Kalakuta Republic erklärte, in Anspielung auf seine Gefängniszelle, Calcutta genannt.
Felas einstige Privat-Miniatur der Pariser Commune inspiriert nun Serge-Aimé Coulibaly zu einem Wurf. Im Maison de la Danse von Lyon rief er seine eigene, choreografische «Kalakuta Republic» aus, die ihre Kreise vom «Festival de Marseille» übers «Festival d’Avignon» bis zum Berliner «Tanz im August» zieht.
Coulibaly stammt aus Burkina Faso, ist aber in Belgien tanzsozialisiert. Er lebt in Brüssel, tanzte in «Wolf» und «C(h)œurs» von Alain Platel sowie mit Sidi Larbi Cherkaoui in «Tempus Fugit». Platels und Cherkaouis Ansatz, Stimmungen zu verdichten und Aussagen zu treffen, ohne dafür lineare Narration zu bemühen, prägt auch Coulibalys Arbeit. Dazu gibt er sich gerne ...
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