zürich: Sebastian Matthias: «Groove Space»

Rundherum klopft und zupft der Sound von Tamer Fahri Özgönenc, während wir Zuschauenden uns akklimatisieren und im unbestuhlten Theatersaal arrangieren: ziellos flanieren, einander flüchtig oder eingehend mustern, uns auf den Boden setzen, uns gegenseitig erfassen und anpassen an jeweilige Gehrichtungen und -tempi. Eine Gemeinschaft auf Zeit, ein zufälliges Kollektiv. Wie im Theater so auf den Straßen der Stadt, postuliert Sebastian Matthias: Wir alle sind «Teil einer täglichen, urbanen Dauerchoreografie», heißt es zu «synekism/groove space», Matthias’ aktueller Versuchsanordnung.

Welche performativen Versammlungen können wir gemeinsam hervorbringen?, fragt der Choreograf und schafft einen Rahmen, um zur aktiven Anteilnahme anzuregen. Nicht zum Mitmachen, wohlgemerkt: Die Zuschauer sollen keine Performer werden, die Theatersituation wird nicht aufgelöst im partizipativen Rausch. Klingen die Beats und Bässe zwischendurch mitreißend nach Club, werden sie heruntergefahren, noch bevor das Publikum sich in eine tanzende Masse verwandeln könnte.

Der am Hamburger Graduiertenkolleg «Versammlung und Teilhabe» Promovierte ist hier dem «gefühlten Groove» der Großstadt auf der Spur. Material ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Elena Philipp

Weitere Beiträge
leipzig: Mario Schröder: «Mozart Requiem»

Die Zeit läuft ab. Unerbittlich. Bevor noch ein einziger Ton des «Mozart Requiem» erklingt, das dem relativ kurzen Memorial des Leipziger Balletts den Namen gibt, ist allein das unerbittliche Ticktack einiger Metronome zu hören. Schwarz ist der Raum von Andreas Auerbach, eine Totenkammer, erhellt einzig von einem doppelten Neon-Rahmen. Darunter Tänzer und...

visible undercurrent

Meg Stuart und Sasha Waltz, Auge in Auge: Sahen wir je zuvor, dass eine ihre Chinos fallen lässt und sie der anderen hinüberwirft? Wie eine der anderen folgt beim Tausch der Slips, Shirts, Duftnoten? Haben wir je beobachtet, wie sie die Blicke eines aufgekratzten Publikums aufs nackte Fleisch aushalten? Minuten später stehen beide noch immer Front zu Front, aber...

Auditions, Ausschreibungen, Wettbewerbe, Workshops

ausschreibungen_____

Tanzcompagnie Konzert
Theater Bern
Call for applications for the international choreographic competition «Berner Tanzpreise» in line with «Tanzplattform Bern», April 29 to May 2, 2015. Eligibility: choreographers with professional experience
Deadline: 15 Dec.
tanzpreise@konzerttheaterbern.ch
konzerttheaterben.ch

«Int. Solo-Tanz-Theater Festival...