zero
Nanine Linning hat das Herz auf dem rechten Fleck, jedenfalls auf dem T-Shirt, das sie sich zur Verbeugung vor ihrem Premierenpublikum überstreift. Es bekräftigt ihre Liebe zu Heidelberg, das nicht zuletzt unter ihrer Ägide wieder zu einem Zentrum des zeitgenössischen Tanzes aufgewertet werden soll. Mit «Zero» hat sie ihr ehrgeiziges Vorhaben an den Start geschoben – was, wie die Niederländerin meint, nicht heißen soll, dass die Stadt vom Tanz aus gesehen am Nullpunkt steht. Dragutin Boldin hat hier lange Zeit gewirkt.
Johann Kresnik ließ sich von der Stadt zum «Familiendialog» inspirieren, zu «Mars» und «Sylvia Plath», d. h. zu einem Choreografischen Theater, das seinerzeit weniger politische Zustände problematisierte als ganz persönliche Befindlichkeiten. Liz King suchte nach neuen Möglichkeiten für den Tanz. Ebenso taten das Hans Falär und Irina Pauls auf unterschiedliche Weise. Zuletzt installierte Joachim Schlömer in Freiburg und Heidelberg mit pvc ein «Physical Virus Collective», das allerdings nicht so tief in die «Blutbahn des Theaters» einzudringen vermochte, dass sich die Zuschauer davon dauerhaft infiziert fühlten.
Black Hole
Nanine Linning spielt mit «Zero» nicht nur ...
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Tanz März 2013
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Hartmut Regitz
Die Luft im Pariser Palais Garnier knisterte förmlich, als Opern-Generalintendant Nicolas Joël und sein designierter Nachfolger Stéphane Lissner den neuen Directeur de la danse vorstellten. Benjamin Millepied übernimmt im Oktober 2014 das Amt von Brigitte Lefèvre. Von den acht gescheiterten Kandidaten war allein Elisabeth Platel erschienen, die Leiterin der...
Auch das Königlich Dänische Ballett in Kopenhagen musste zuletzt bittere Budget-Kürzungen hinnehmen und deshalb die Zahl der Tänzer wie der Vorstellungen reduzieren. Dennoch versucht Ballettchef Nikolaj Hübbe ein ambitioniertes Programm zu präsentieren und zeigte zu Saisonbeginn Alexei Ratmanskys Neuproduktion von Fokines «Coq d’or». Nun stellt Hübbe seine Version...
ausstellung_________
noëlla pontois – divine étoile
Noch ist sie nicht siebzig, aber die Ausstellung würdigt Noëlla Pontois schon im Vorfeld ihres Geburtstags als die alles überragende Ballerina der Pariser Opéra in der Nachfolge von Yvette Chauviré. Von 1961 bis 1983 gehörte sie dem Ensemble an, und die Virtuosin aus Vendôme hat in vielfacher Weise ihre Spuren...
