Würzburg: «linchpin», «die glasmenagerie»

arslan «linchpin», alboresi «die glasmenagerie»

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Zu viel Symbolik kann zum Hindernis werden. Can Arslan lässt seine Tänzer mit beleuchteten Würfeln hantieren, die größer und immer größer wiederkehren, dann baumeln plötzlich weiße Masken von der Decke, oder dunkle Geflechte anonymisieren einzelne Gesichter, es flackert das Stroboskop. Die Zutaten werden im Programmheft erklärt, hängen aber eher unverbunden in einer vor sich hinstockenden, seltsam undefinierten Choreografie. Der titelgebende «Linchpin» ist der Achsnagel am alten Räderkarren und meint im übertragenen Sinn den Dreh- und Angelpunkt einer Konstruktion.

Für Arslan ist es der Rettungsnagel, der den Menschen mit seiner Seele verbindet, zu kantig-spröder Musik von Béla Bartók übersetzt der Ballettdirektor des Nordharzer Städtebundtheaters außerdem Grundthemen aus der psychoanalytischen Lehre von C.G. Jung in tänzerische Bilder: die Persona und ihren Schatten oder das kollektive Unbewusste. Sie stehen deutlich lesbar und mahnend, aber doch irgendwie lose neben dem Bild der Technik, die dem Menschen aus der Hand gerät und zu seinem Käfig wird. Eine hellsichtige, aber ratlose Bestandsaufnahme oder vielleicht doch der choreografische Kampf mit zu großen Schlagworten? 

Wie so ...

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Tanz Juli 2016
Rubrik: kalender und kritik, Seite 39
von Angela Reinhardt

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