wien: ko murobushi «無(s) – krypt blues»
Auf der Suche nach Berührungspunkten zwischen afrikanischer Tradition und Butoh brachten kürzlich die Teilnehmer einer Gesprächsrunde das Huhn und das Ei ins Spiel. Die Stellung des Ersteren im Ritual bewegte einst Tatsumi Hijikata dazu, den Tänzer
Yoshito Ohno auf der Bühne ein Federvieh schlachten zu lassen, womit er die Ära Butoh einleitete. Hijikatas Schüler Ko Murobushi, heute der führende Vertreter des «Butoh der Finsternis», geht nun einen direkteren Weg Richtung Afrika. Er bat die aus Ruanda stammende Sängerin Dorothee Munyaneza zum Duett.
Und anstatt ein Huhn flattern zu lassen, rollen sie schwere Steine. Die machen Musik. Im ersten Bild sitzt die kräftig gebaute Sängerin auf ihrem Allerwertesten und hält einen Felsbrocken in den Händen, den sie vor und zurück über eine Steinplatte schiebt. Der dabei entstehende, durchaus rhythmische Lärm enthält Himmel und Hölle, Big Bang und Supernova.
Auf dem weißen Boden stehen Mikrofone für Murobushi und Dorothee Munyaneza sowie die Instrumente der Musiker, im Raum verteilt wie Baobab-Bäume in der Savanne. Im Osten hockt der Perkussionist und Klangbastler Alain Mahé inmitten seiner Steinsammlung, der er alsbald einen mineralischen Free ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 75
von Thomas Hahn
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