wien: ko murobushi «無(s) – krypt blues»
Auf der Suche nach Berührungspunkten zwischen afrikanischer Tradition und Butoh brachten kürzlich die Teilnehmer einer Gesprächsrunde das Huhn und das Ei ins Spiel. Die Stellung des Ersteren im Ritual bewegte einst Tatsumi Hijikata dazu, den Tänzer
Yoshito Ohno auf der Bühne ein Federvieh schlachten zu lassen, womit er die Ära Butoh einleitete. Hijikatas Schüler Ko Murobushi, heute der führende Vertreter des «Butoh der Finsternis», geht nun einen direkteren Weg Richtung Afrika. Er bat die aus Ruanda stammende Sängerin Dorothee Munyaneza zum Duett.
Und anstatt ein Huhn flattern zu lassen, rollen sie schwere Steine. Die machen Musik. Im ersten Bild sitzt die kräftig gebaute Sängerin auf ihrem Allerwertesten und hält einen Felsbrocken in den Händen, den sie vor und zurück über eine Steinplatte schiebt. Der dabei entstehende, durchaus rhythmische Lärm enthält Himmel und Hölle, Big Bang und Supernova.
Auf dem weißen Boden stehen Mikrofone für Murobushi und Dorothee Munyaneza sowie die Instrumente der Musiker, im Raum verteilt wie Baobab-Bäume in der Savanne. Im Osten hockt der Perkussionist und Klangbastler Alain Mahé inmitten seiner Steinsammlung, der er alsbald einen mineralischen Free ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 75
von Thomas Hahn
...ist ein neugieriger Mensch, immer auf der Suche nach Inspirationen für seine Stücke. Mal ist es die Musik, die ihn anregt, mal eine neue Bewegungssprache wie der Flamenco oder der indische Kuchipudi. Oder die Popkultur eines anderen Landes. Für sein neues Stück greift er nach Japan, zur dortigen Form des Comics, den Mangas. Mit «TeZukA» kreiert er eine Hommage...
«Die Rhythmische Gymnastik ist kein ‹neuer Tanz›. Aber aller Tanz beruht auf Rhythmik», war in der Gründungspublikation der Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus 1910 zu lesen. In der rhythmischen Erziehung sah man die Rettung der Tanzkunst, nur aus ihr, hieß es, könnte der künstlerische Tanz wiedergeboren werden, denn der sei zu Technik und Akrobatik verkommen....
Der Dokumentarfilmer Michael Blackwood schuf 2010 «New York Dance: States of Performance», eine Porträtreihe, kuratiert von der Tanzkritikerin der «New York Times», Gia Kourlas. Vier von sieben Choreografen werden nun auch in Deutschland vorgestellt: die jüngere Beth Gill, die beiden Klassiker der US-Moderne John Jasperse und Ralph Lemon, der sich auf die...
