Valeska Gert ...
Valeska Gert wollte in einem Kornfeld begraben sein («dann fließt mein Fleisch ins Korn hinein, dann werd‘ ich Brot, bin nicht mehr tot»). Beigesetzt ist sie dann doch auf dem Friedhof, ihr Sarg in orangerotes Tuch gehüllt in Anspielung auf ihren «Tanz in Orange», der wie eine Bombe in den Expressionismus platzte: den «echten», nicht den des «Kunstgewerbes». Tot ist die «Fratze ihrer Zeit» nun weniger denn je; auferstanden durch die Suchbewegungen von Susanne Foellmer für «Valeska Gert – Fragmente einer Avantgardistin in Tanz und Schauspiel der 1920er Jahre».
Schon für ihre Diplomarbeit hatte die Tanzwissenschaftlerin die Fetzen des oft fettfleckig-zerflederten Nachlasses der Tänzerin / Kabarettistin / Schauspielerin unter die Lupe genommen, sich in den Biografien umgetan, die Bruchstücke eines «uneinheitlichen, vielseitigen» Lebens auf die multiple Ästhetik ihrer Großstadtkunst des Schocks, Tempos, Abbruchs und (als Erste) des Samplings abgetastet. Das Buch aktualisiert Susanne Foellmer auch im Hinblick auf postmoderne Künstlerinnen (Sherman, Sprinkle, Dumas, Orlan), in deren Vorfeld Gert bereits die Frau als Bild thematisierte: grotesk, Grenzen überschreitend, übergenau, ...
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