Tänzer des Jahres: Jan Casier
Bei Jan Casier springt das Besondere einer Bühnenfigur sofort ins Auge. Vergleichbar einem weichen Handschuh kehrt der belgische Tänzer das Innere einer Figur nach außen und lässt den Zuschauer am Offenbarten teilhaben. Diese Begabung prägt die Rollen, die er tanzt, auf unverwechselbare Art und Weise. Es war im Oktober 2013, in Christian Spucks Ballett «Woyzeck» am Opernhaus Zürich, und es war Liebe auf den ersten Blick: Zum jagenden Pulsschlag der Musik exponierte der Tänzer damals als Woyzeck das Bewegungsrepertoire eines Außenseiters mit beinahe autistischen Zügen.
In rasendem Tempo kreist Casier als Woyzeck um die eigene Achse, salutiert, spielt den Underdog in der sozialen Hackordnung, und offenbart dabei dessen Verletzlichkeit. Woyzecks Lebensdrama wird so in virtuoser Verdichtung sichtbar. Casier tanzt mit hängenden Schultern, eingezogenem Kopf und nach vorne gestrecktem Kinn. Er wird zum Ebenbild eines bedrückten Menschen, der schon zu lange eine unsichtbare Last auf den Schultern trägt, es allen recht machen will und sich dabei immer mehr von sich selbst entfremdet. Siegertypen sehen anders aus. Durch seine originellen eckigen Bewegungen unterscheidet sich Casier an ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Tänzer des Jahres, Seite 128
von Martina Wohlthat
Anne Teresa De Keersmaeker, Sie haben unlängst in einem Vortrag am Pariser Collège de France Erstaunliches über ihr Verhältnis zur Musik preisgegeben. Sie sagten: «Die Musik war mein erster Partner, ja sogar mein erster Meister.» Ferner betonten Sie, dass Sie nicht nur in einen Dialog mit der Musik treten, «da es sich schließlich um eine Liebesgeschichte handelt»....
Hallo Freunde, ich hatte keinen Glücksbringer (außer dass ich ständig und überall Einkaufslisten finde, auf der Straße, in Läden, in der -S-Bahn – und die als Zeichen des Universums nehme, dass alles okay ist), also ich hatte keinen Glücksbringer … bis ihr diese Anfrage rumgeschickt habt.
Ich kommuniziere seit einer Woche, tatsächlich seit dem Tanzkongress in...
ich habe keinen talisman. ich habe auch kein kontinuierliches ritual. es gibt jedoch gedanken, die oft hochkommen, kurz bevor ich auf die bühne gehe. ich denke an meine grossmutter, die schon lange nicht mehr lebt, an ihre energie und lebensfreude, ihren blick, wie sie mich und meine ersten tanzversuche im wohnzimmer am attersee beobachtet hat und so glücklich war,...
