stuttgart: Stuttgarter Ballett «Neumeier/McGregor/Elo»

Tanz - Logo

Vor mehr als zwanzig Jahren hat John Neumeier in Stuttgart seine «Fratres» vorgestellt: scheinbar ein Stück von strenger Schönheit – am Ende eher ein verrätseltes Requiem. Das mag seinerzeit zu großen Teilen Márcia Haydée geschuldet gewesen sein, die nie wirklich den Schleier des Geheimnisses lüftete . Aber es lag sicher auch in der Absicht des Choreografen, der seine Arbeit in seinem Buch «In Bewegung» als «enigmatisches Ballett» bezeichnet, als ein «wichtiges, tiefes Werk», das zwischen dem Tod seines Vaters und dem seiner Mutter entstand.

Eine Frau, vier Männer: eine Konstellation, die der seiner Familie glich, sich aber nicht als banale Biografie zu erkennen gab. Vielschichtig erschöpft sich das Werk nicht in der simplen Interpretation der Musik Arvo Pärts («Fratres» in zwei verschiedenen Fassungen, «Cantus in Memory of Benjamin Britten»), sondern lässt der Fantasie des Zuschauers wie dem Tanz der fünf Solisten den Raum, eine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln.
 

Nun stehen die «Fratres», von Tamas Detrich neu einstudiert, im Mittelpunkt eines Abends, der das letzte Programm der vergangenen Saison unter verändertem Titel an einem anderen Ort präsentiert. Statt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2010
Rubrik: kalender, Seite 52
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
paris: Sasha Waltz

bringt Leben in die Opernszene. Nach zwei erfolgreichen Versuchen, mit zeitgenössischem Tanz einer Opernkomposition szenisch auf die Beine zu helfen – «Dido & Aeneas» 2005 und «Medea» 2007 –, ist es nun wieder eine Sage aus der griechischen Antike: die bekannte Geschichte um den Sänger Orpheus, der seine Gattin Eurydike aus der Unterwelt holen will, hat der...

auf schienen: Heinz Spoerli

Bis Ende Oktober fährt eine Sondertram auf Zürichs Schienen. Die Straßenbahn der Linie 8 zwischen Hardplatz und Klusplatz feiert die Kunst des Balletts als eine Hommage an Heinz Spoerli, der im Juli seinen 70. Geburtstag feierte. Gestaltet wurde das Fahrzeug vom Fotografen Alberto Venzago.

bonn: Alain Platel u.a. «Gardenia»

Ein kollektives Coming-out von solcher Kraft hatte man in Avignon noch nicht gesehen. Nach diskreten Vorstellungen in der belgischen Heimat ließen Alain Platel und der Regisseur Franck Van Laecke ihre Bombe in der Provence so richtig knallen. Da gibt Vanessa Van Durme die Zeremonienmeisterin in ihrem Kabarett der verflossenen Träume und bringt eine Riege seriöser...