stuttgart: Stuttgarter Ballett «Neumeier/McGregor/Elo»
Vor mehr als zwanzig Jahren hat John Neumeier in Stuttgart seine «Fratres» vorgestellt: scheinbar ein Stück von strenger Schönheit – am Ende eher ein verrätseltes Requiem. Das mag seinerzeit zu großen Teilen Márcia Haydée geschuldet gewesen sein, die nie wirklich den Schleier des Geheimnisses lüftete . Aber es lag sicher auch in der Absicht des Choreografen, der seine Arbeit in seinem Buch «In Bewegung» als «enigmatisches Ballett» bezeichnet, als ein «wichtiges, tiefes Werk», das zwischen dem Tod seines Vaters und dem seiner Mutter entstand.
Eine Frau, vier Männer: eine Konstellation, die der seiner Familie glich, sich aber nicht als banale Biografie zu erkennen gab. Vielschichtig erschöpft sich das Werk nicht in der simplen Interpretation der Musik Arvo Pärts («Fratres» in zwei verschiedenen Fassungen, «Cantus in Memory of Benjamin Britten»), sondern lässt der Fantasie des Zuschauers wie dem Tanz der fünf Solisten den Raum, eine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln.
Nun stehen die «Fratres», von Tamas Detrich neu einstudiert, im Mittelpunkt eines Abends, der das letzte Programm der vergangenen Saison unter verändertem Titel an einem anderen Ort präsentiert. Statt ...
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