streik
Streikend hat es sich in die Sommerpause verabschiedet. Ende Juni ließ das Berliner Staatsballett die letzte Vorstellung der «Bajadere» platzen, insgesamt sind damit acht Auftritte ausgefallen. Der Schaden wird auf 250 000 Euro geschätzt. Die Tänzer fordern nicht mehr Gage, sondern einen Haustarifvertrag und ver.di als Verhandlungspartner. Aber Geschäftsführer Georg Vierthaler (tanz 4/15) will die Dienstleistungsgewerkschaft nicht an den Verhandlungstisch lassen. Er hat den Tänzern die Erfüllung wesentlicher Forderungen zugesagt, doch mit ver.di redet er nicht.
Die sei nicht zuständig für Künstler.
Nicht zuständig? Mehr als 90 Prozent der Tänzer des Staatsballetts sind ver.di-Mitglieder. Nur ein oder zwei Tänzer gehören möglicherweise der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) oder der Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) an. Diese verhandeln auf Bundesebene die Flächentarife für Künstler. Ver.di aber hat die Mitglieder des Staatsballetts – und kann deshalb als Interessenvertreter nicht ausscheiden.
Der Konflikt legt bloß, wie unterschiedlich Künstler an deutschen Bühnen behandelt und von ihren Gewerkschaften vertreten werden. Der krasseste ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: Menschen, Seite 34
von Birgit Walter
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zürich
theater spektakel
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