«Still hier! It’s Wonderful» von Susanne Linke
1994 verursachte Bill T. Jones mit «Still/Here» einigen Aufruhr. Die amerikanische Kritikerin Arlene Croce weigerte sich, das Werk zu rezensieren – es handelte nicht nur von AIDS; es grundierte seine Tänze auch mit den Aussagen todkranker HIV-Positiver. Jetzt hat Susanne Linke den Titel von Jones’ Stück ironisch variiert. «Still hier! It’s Wonderful», in sechs Wochen geschaffen für Johann Kresniks Bonner Ensemble, protestiert gegen einen metaphorischen Tod: den Theatertod. Zum Ende der Spielzeit müssen Kresnik und sein Choreographisches Theater in Bonn die Sachen packen.
Die Bühne im Alten Malersaal in Bonn-Beuel hat Thomas Richter-Forgách als leeres Wolkenkuckucksheim gestaltet. Wände, Türen und Fenster sind weiß auf blau mit Schäfchenwolken übermalt; darin außer den Beleuchtungsgerüsten etwas Büromobiliar. Zusammengeschoben dienen die Tische als Podium für Show-Auftritte, Abendmahltafel und Rampe, hinter der sich Juroren verschanzen, die sich bei einem brutalen Casting demonstrativ langweilen. Wenn die Tische herumgeschoben werden, sorgt das kreischende Geräusch, das dadurch erzeugt wird, für einen Ton, der sich im Ohr festfrisst, eindringlicher als die im Hintergrund ...
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Bekannt wurde der polnische Künstler Piotr Uklanski mit seinem «Dance Floor», einem kunterbunten Leuchtboden, der dem Tänzer die Schritte vorleuchtet und sie beschleunigt, bis es unmmöglich wird, dem Lichtgewitter weiter zu folgen. Uklanski zerlegte im «Dance Floor» den Schritt so lang in Variationen, bis der Schritt unmenschlich wurde. Beim steirischen herbst in...
Links ein altes Mikrofon. Zu Klavier und Kneipengesäusel tragen auf schwarzer Szene Kellner weißes Mobiliar ins Freie. Ein Sänger erscheint nicht, dafür seine Stimme: von der Gewalt eines ganzen Orchesters. Jacques Brel, Belgiens großer Chansonnier, dem der Chemnitzer Ballettchef Lode Devos nun huldigen wird, zieht die je zehn weiblichen und männlichen Cafégäste...
Martin Schläpfer trennt sich vom ballettmainz und übernimmt mit der Spielzeit 2009/2010, also in zwei Jahren, die Ballettdirektion an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf und Duisburg. Der 48-Jährige tritt dann die Nachfolge von Youri Vàmos an, dessen Vertrag ausläuft. Damit ist in NRWs Landeshauptstadt nach 13 unspektakulären Jahren wieder mit innovativen...
