«Reportable Portraits» von Deufert und Plischke
Dies sei «die choreografische Untersuchung einer Ästhetik der Gemeinschaft». Steht so im Programm von Reportable Portraits. Will sagen: die Gemeinschaft sei ästhetisch, weil sie sich durch ihre gemeinsame Bewegung eine Ordnung und Struktur bestimmt. Ist das schon choreografisch? Oder noch faschistisch? Augen zu.
In fünf Akten, getrennt durch sehr schöne, stille, erholsame Blackouts, agieren die in Hamburg mit Lehrstuhl behafteten, intellektuell versierten «Künstler-Zwillinge» Kattrin Deufert und Thomas Plischke bei der Urauffühung zum steirischen herbst in Graz in einem von Herman Sorgeloos gebauten Bühnenumriss, der alles offen legt, jede Schraubzwinge, jede Leuchtröhre, jeden Dimmer in einem ansonsten schwarzen Nichts. Darin entfalten fünf Tänzer ein «armes» Bewegungsmaterial, mit geschlossenen Augen, auch apart mal in Ruheposition auf dem Boden liegend, das Ganze also: schläfrig. Vielleicht der sedierte Traum von der Gleichheit aller? Was sieht man wirklich, falls man nach den Blackouts wieder erwacht? Auf Funktion reduzierte Architektur, auf Bewegung reduzierten Tanz, auf Geräusch reduzierte Musik von Hubert Machnik. Das ist der Nullpunkt einer toten Utopie aus dem Geist des ...
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