Renegade Theatre: «Cage»

Frankfurt: Das Renegade Theatre mit «Cage» zu Gast

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Die machen ein ganz großes Fass auf. Die Macht der Ordnung gegen die des Chaos, Eingesessene gegen Fremde, die Droge, die Ausschweifungen, jaja: Weingott Dionysos, Fruchtbarkeitsgott, griechischer Mythos einer tödlichen Auseinandersetzung. Der mit verzücktem Bacchantinnengefolge wandernde Zeus-Sohn gegen den stolz ­solda­tischen Thebenherrscher Pentheus, seinen Cousin. Ein uraltes Theaterstück, eine Tragödie von Euripides: «Die Bakchen», 405 v. u.Z. uraufgeführt.

Darauf bezieht sich das Renegade Theatre aus Herne mit seinem neuesten Tanztheater «Cage» und hofft auf einen neuen «Rumble»-Erfolg.

Der Käfig steht in Form eines dreimaldrei-Meter-Kubus aus Plexiglas auf der Bühne, oben offen; die Wände übermannshoch, aber nicht unüberwindbar. Weil sie dumpf scheppern, wenn man sie anspringt, und all das Reinhangeln und Raushüpfen wirkt auch lächerlich. Am Ende liegt darin ein Toter. Schützen konnte ihn sein Käfig nicht.

Fünf Männer. Einer ist am feinen Anzug  in seiner Ansprache ans Publikum – «Hallo! Ich sage immer gern: Schön, dass wir in Theben leben!» –, als unsoldatischer Pentheus erkennbar: Tobias Wegner. Er müsse nach Byzanz zu einer Konferenz und man solle derweil aufpassen (wie ...

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Tanz Januar 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 47
von Melanie Suchy

Vergriffen
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