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«CC Cushion Umgebung Nr. 5: Kulturwald, der österreichische». Was sich sperrig liest, ist Paul Wenningers bei sommerlichen Temperaturen im Hof des Wiener Museumsquartiers vier Tage lang aufgestellte riesige, transparente Plastikblase. Acht Meter mal neun Meter mal dreieinhalb Meter. Das monströse Polster hält sich durch Luftüberdruck. Drinnen ein Nadelwald, installiert vom in Australien lebenden Landschaftsgestalter Christian Lindle. Die Bäume welken binnen kurzer Zeit. Die Botschaft ist klar: Da stirbt etwas, dem natürlich gewachsen der gewohnte Boden entzogen wurde.
Der Kulturwald stirbt.
Paul Wenningers Leben in der Plastikblase
«Ich habe fünfzehn Jahre Tanzgeschichte hinter mir», sagt der Wiener Choreograf Paul Wenninger, «ich glaube nicht mehr an das Präsentieren, an das traditionelle Vorführen, an lineares Erzählen.» Der vor allem an Martial Arts interessierte und einige Jahre bei Catherine Diverrès tanzende Künstler ist von der fiktiven Ortlosigkeit einer gewohnten, schwarzen Bühnensituation angeödet. Ein marodes Wiener Kaffeehaus hat er erst bespielt. Dann recherchierte er. Die amerikanische Weltraumbehörde experimentiert mit sogenannten intelligenten Materialien, die nur ...
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